ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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"Erst wenn ich losgehe, zeigt sich der Weg"
-Weisheiten und Affirmationen für einen Neubeginn.

Anlage zum "ZENtrum Aktuell 1/2 2013

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe "ZENtrum aktuell", Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums eng verbunden sind.
"Erst wenn ich losgehe, zeigt sich der Weg" steht stellvertretend für Zitate und Affirmationen, die helfen können, dieses Jahr mit veränderten Einstellungen und neuen Vorsätzen zu beginnen, damit es ein wirklich "glückliches neues Jahr" werden kann. Wenn dies zu einem späteren Zeitpunkt gelesen werden sollte, so ist ein Neubeginn nicht nur am Anfang eines Jahres sondern immer möglich.

Ermutigungen für einen Neubeginn

Wasser, das nicht fließt, beginnt zu stinken! Wenn man sich nicht ständig weiterentwickelt, sich fortbewegt in seinem Prozess als Mensch auf dieser Erde, dann geschieht etwas Ähnliches. Die Freude am Leben ändert sich in einen Zustand von mehr oder weniger Unzufriedenheit mit sich und der Welt. Es ist menschlich, dass man lieber im Vertrauten verharrt als etwas neue Wege zu gehen, die einem noch nicht vertraut sind. Im Folgenden werden Themen angesprochen, die Wünsche nach Veränderungen wecken und bewusst machen können. Sie werden durch Fragen eingeleitet.

Thema 1 : Neue Wege gehen

Bin ich wirklich mit meinem Leben zufrieden? Mit mir, meinem Umfeld, meiner Lebensweise? Oder ist da etwas, was nach Veränderung ruft? Das folgende Thema ist ausgerichtet, Bereitschaft zu wecken, neue Wege zu gehen, um wieder mit mehr Freude und Intensität und innerer Zufriedenheit zu leben.

"Erst wenn ich losgehe, zeigt sich der Weg"*
Es geht darum, den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Oft sind es Ängste, die einen abhalten, Vertrautes aufzugeben und sich dem noch nicht Vertrauten zu öffnen. Man braucht dazu die Zuversicht, dass man die Herausforderungen, die einem auf diesem Weg begegnen werden, meistern wird.

"Wenn ich Altes loslasse, öffnen sich neue Türen"*
Neue Wege zu gehen, bedeutet, Altes und Vertrautes loszulassen. Aber dafür öffnen sich neue Türen, die zu neuen Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen führen. Dies wird das Leben, die Lebensweise und das Umfeld positiv verändern.

"Jede Tür, die ich öffne, ist der Beginn eines neuen Abenteuers."*
Ich entscheide mich, mein Leben als ein Abenteuer zu betrachten, das zur menschlichen und persönlichen Weiterentwicklung führt. Es geht einher mit einem Lernprozess, bei dem Fragen nach dem Sinn und der eigenen Lebensaufgabe immer deutlicher werden.

Dies wird auch noch einmal mit diesen Zitaten bestärkt:


"Wenn wir uns von der Vorstellung lösen, es müsste immer so weitergehen wie bisher, dann laden uns plötzlich tausend neue Möglichkeiten zu neuem Leben ein."
Unbekannt

"Wenn man alles, was einem begegnet als Möglichkeit zu innerem Wachstum ansieht, gewinnt man innere Stärke."
Milarepa, tibetischer Meditationsmeister

Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig.
Seneca

Thema 2 - Die Beziehung zu sich verbessern

Wie ist die Beziehung zu mir selbst? Wie gehe ich mit mir selbst um? Wie ist mein Selbstwertgefühl? Kann ich mich selbst so annehmen wie ich bin? Oder gibt es da immer wieder etwas auszusetzen und zu kritisieren? Behandle ich mich meistens so wie ich als Kind vom Vater, von der Mutter behandelt wurde? Dann ist es an der Zeit, etwas an dieser Beziehung zu verändern.

Die folgenden Zitate und Affirmationen können dabei helfen:

Ich bin wie ich bin und das hat gute Gründe.“*
Das bedeutet, ich nehme mich so an wie ich bin, weil ich auch so sein darf, wie ich bin.

"Ich brauche nicht perfekt zu sein" – "Ich darf Fehler machen!" *
Ich gebe dem Perfektionisten in mir keine Macht mehr. Ich tue mein Bestes und das ist immer perfekt. Fehler zu machen gehört zum Lernprozess. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler.

"Ich sorge für mich wie ein(e) Freund(in)." *
Welche Beziehung habe ich zu meinem(r) Freund(in)? Wie sorge ich mich um sie? Bin ich immer bereit, für sie da zu sein? Genau so kann man auch für sich selbst da sein und für sich sorgen.

"Ich will, ich kann, ich darf auch NEIN sagen." *
Die Bedürfnisse und Wünsche anderer haben keinen höheren Wert als meine eigenen. Ich habe die Kraft und den Mut zu diesem NEIN, auch wenn andere nicht besonders freundlich darauf reagieren oder sogar sauer sind. Das werde ich aushalten, aus Liebe zu mir und meinem "inneren Kind".

"In meinem Innersten bin ich unverletzlich."*
Das ist eine der wichtigsten Affirmationen für die Beziehung mit anderen Menschen.
Es macht deutlich, dass es an mir liegt, ob ich anderen die Macht gebe, mich verletzen zu können. Ich nehme die Verwundbarkeit an, die ich spüre an und komme in Kontakt mit meinem verletzten inneren Kind.

"Ich kann mein verletztes inneres Kind trösten"*
Indem ich mein inneres Kind tröste, übernehme ich die Verantwortung für seine Verletztheit und schaffe gleichzeitig Distanz zu meinen Gefühlen: Ich bin nicht meine Gefühle, ich habe diese Gefühle. Ich bin nicht mein inneres Kind, ich habe es. Darin liegt der Unterschied.

Quelle für die mit einem * versehenen Zitate sind die Lebenskarten von Barbara Völkner.

Thema 3 - Mit mehr Achtsamkeit und Bewusstheit leben.

Wie lebe ich? Bin ich überwiegend in der Gegenwart oder mehr in Gedanken, die sich mit Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen? Fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren, vor allem beim Zuhören? Fehlt mir oft die Achtsamkeit bei meinen Arbeiten, so dass sich häufig Fehler einstellen? Kann ich Augenblicke von einfachem Dasein genießen oder brauche ich immer wieder Aktivitäten, um den Kontakt mit mir selbst und das Wahrnehmen von Stille in mir zu vermeiden? Wenn dem so ist, dann ist dieses Thema angesagt.

"Wir alle möchten unser Leben so vollständig wie möglich leben.
Deshalb müssen wir lernen, dort zu sein, wo das Leben stattfindet, nämlich genau hier, jetzt
."
Fred von Allmen

"Achtsam zu sein, bedeutet, wach zu sein.
Es bedeutet zu wissen, was wir tun."

Jon Kabat Zinn

Das Gegenteil davon bedeutet, von zwanghaften unbewussten Kräften getrieben zu werden, ohne zu wissen, was man tut.

"Jeder Moment von Achtsamkeit ist eine Bekräftigung für das Leben.
Jeder Moment von Achtsamkeit zählt."
Jack Kornfield

"Achtsamkeit strebt nichts an.
Sie sieht einfach, was bereits
da ist."
Mahathera Gunaratana

Achtsamkeit hat nichts mit Zeit und Zielen in der Zukunft zu tun. Sie bedeutet Leben in der Gegenwart und Wahrnehmen, was ist. Und das ist Leben.
Achtsamkeit bewirkt Akzeptanz, fördert Ruhe und Konzentration. Sie vereinigt Vorlieben und Abneigungen - führt zu Wahrnehmung von Körperempfindungen und Gefühlen sowie dem Beobachten von Gedanken.

In der Achtsamkeit, dem Leben in der Gegenwart, nehme ich zunächst alles so an, wie es ist. Statt in Gedanken zu sein, die mit Vergangenheit und Zukunft zu tun haben und eher zur inneren Unruhe führen, bin ich einfach da und kann mich auf das konzentrieren, was ist. Die Achtsamkeit führt mich zu mir selbst, zu meinem Körper, meinen Gefühlen und zur Wahrnehmung meiner Gedanken. Mit Achtsamkeit werde ich zum inneren Beobachter, der mit nichts identifiziert ist. Das macht frei.

Was kann man tun, um mit mehr Achtsamkeit zu leben? Hier Anregungen von Marie Mannschatz:

Wie Sie Achtsamkeit vertiefen können:

  1. Geben Sie achtsamer Wahrnehmung Priorität in ihrem Alltag. Erinnern Sie sich so oft wie möglich, in Körper, Herz und Geist hineinzuspüren.
  2. Installieren sie einen Achtsamskeitswecker: Definieren Sie ein wiederkehrendes Ereignis als Ihre achtsame Wahrnehmung. (Beispiele: Das morgendliche Aufstehen, vor dem Beginn zu essen, zu trinken, wenn ich beginne, anderen zuzuhören, das Telefonklingeln, rote Ampel, Verlassen des Hauses u.a.)
  3. Nehmen Sie Veränderungen in der Körperhaltung bewusst wahr: Ich liege, ich sitze, ich gehe, ich stehe – und bin mir dessen bewusst.
  4. Gehen Sie mehrere Minuten täglich ganz und gar achtsam und mit wachen Sinnen durch ihren Alltag. Machen Sie sich wiederholt innerlich Notizen, welche Sinneseindrücke Sie im Augenblick erleben: Jetzt sehe, höre, rieche ich. ....
  5. Achten Sie darauf, ob und wie Sie Ihre Erfahrungen bewerten.“Das finde ich richtig“ – „Das kann ich nicht leiden“ – „Zum Glück hat das keiner gesehen“ und so fort.
  6. Genießen Sie Aufgaben, bei denen Sie ihre Achtsamkeit üben können, wie etwa alle Arbeiten im Haus und Garten, bei denen Sie das Tempo bestimmen und Ihre Hände und Füße bewusst spüren können.
  7. Suchen Sie bewusst den Umgang mit achtsamen Menschen.

Aus dem Buch „Buddhas Anleitung zum Glücklichsein“ von Marie Mannschatz


Meditation im Sinne des Zen-Geistes bedeutet das Üben von dieser Achtsamkeit für den Alltag. Man richtet die Aufmerksamkeit auf das Atmen und bringt dabei den ständigen Gedankenfluss zur Ruhe . Wer regelmäßig meditiert, wird immer mehr in der Gegenwart leben und vor allem das, was Freude macht, mehr und intensiver genießen können. Er wird ruhiger, spricht und handelt bewusst.

Weitere Informationen zum Thema "Achtsamkeit und Meditation":

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