ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Psychosynthese, Spiritualität und 'Neues Bewusstsein'

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe 'ZENtrum aktuell', Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums wie auch mit denen meines Buches 'Das Leben leben' eng verbunden sind. In dieser Anlage wird die Bedeutung der Psychosynthese als Weg zu einer neuen Spiritualität und zu einem neuen Bewusstsein vorgestellt.


Einleitung

Der Begriff Spiritualität wird häufig für etwas verwandt, was nichts mit ihr zu tun hat. So können zwei oder mehrere Menschen über Spiritualität reden, dabei aber nicht immer über das Gleiche reden. Das von Roberto Assagioli entwickelte psycho-spirituelle Modell der Psychosynthese definiert und erläutert Spiritualität aus einer ganzheitlichen Sicht des Menschen. Diese Spiritualität führt zu einem Leben aus einem veränderten Bewusstsein.

Wer bin Ich?

Die Frage nach dem Wesen von Spiritualität kann nicht von der Frage „Wer bin ich!“ getrennt werden, denn Spiritualität ist ein Bewusstseinszustand, der davon geprägt wird, was und wer man glaubt in seiner Essenz als Mensch zu sein. - Die Spiritualität, die der Psychosynthese zugrunde liegt, entspricht einem neuen „Selbst“-Bewusstsein , das neben Assagioli auch andere spirituelle Lehrer als solches definieren. Der Benediktiner, Zen-Meister und Mystiker Willigis Jäger spricht von einem Paradigmenwechsel, in dem dieses neues „Selbst-Bewusstsein“ und eine „neue“ Spiritualität zugrunde liegt

Das alte Paradigma sagt:
„ Ich bin ein Mensch, der eine spirituelle Erfahrung macht“

Das neue Paradigma sagt:
„ Ich bin ein spirituelles Wesen, das eine menschliche Erfahrung macht.“

Dieser Ausspruch kommt ursprünglich von dem Jesuiten und Philosophen Teilhard de Chardin, der es so formulierte: "Wir sind keine menschlichen Wesen mit einer spirituellen, sondern spirituelle Wesen mit einer menschlichen Erfahrung."
Teilhard de Chardin ist so etwas wie der Visionär eines neuen Bewusstseins, auf den sich die Menschheit in ihrer Evolution zubewegt. Er wurde wegen seiner Thesen aus der Kirche verbannt. Die Psychosynthese basiert bereits auf diesem neuen Paradigma:„Der Mensch ist eine Seele und hat Körper, Gefühle und Gedanken.“

Seele und Spirituelles Wesen sind lediglich Begriffe, die etwas beschreiben, was man im Grunde jedoch selbst erfahren muss. Sie sind nur „Finger, die zum Mond zeigen“, wie es eine Zen-Weisheit ausdrückt. Der Mond ist die Erfahrung, die man nicht in Worte ausdrücken kann.

Im Buddhismus spricht man von der Buddha-Natur, in der christlichen Sprache der Mystik wird diese Erfahrung als Christus-Bewusstsein bezeichnet. Jesus ist der Mensch auf dieser Welt, Christus ist das göttliche Bewusstsein, das nicht getrennt ist von Gott: „Ich und der Vater sind eins.“

Diese Erfahrung haben uns in der Vergangenheit die Mystiker aller Religionen vermittelt. Sie überschreitet das Ego-Bewusstsein, das auf einem dualistischen Denken basiert und uns in der Illusion leben lässt, dass wir getrennte Wesen sind. Die von den institutionellen Kirchen aus den Religionen verbannte Mystik hat nun die Transpersonale Psychologie übernommen. Neben Assagioli u.a. ist Abraham Maslow" einer ihrer Väter. Er nannte diese Erfahrung Peak Experience – Gipfelerfahrung. Zu seiner bereits entwickelten Bedürfnispyramide, die zunächst die Selbstverwirklichung (Selfactualisation) als oberste Entwicklungsstufe aufwies, fügte er erst gegen Ende seines Lebens den Begriff „Transcendence“ als oberste Stufe hinzu. Er verwandte auch den Begriff „Selbstrealization“ im Sinne des Erkennens dessen, was die wahre Natur unseres Menschseins ist, was über Selbstverwirklichung (Selfactualisation) hinausgeht.

Mystische Erfahrungen sind nicht nur den Menschen vorbehalten, die man als Mystiker bezeichnet. Jeder Mensch kann diese Erfahrung machen und die meisten haben sie auch bereits schon häufig gemacht hat, ohne sich dessen bewusst zu sein, was diese Erfahrung bedeutete. In dieser Erfahrung wird das Ego-Bewusstsein mit seiner Illusion von Getrenntsein transzendiert, überschritten. Man erfährt sich als Teil eines größeren Ganzen. Es ist im Kern die Erfahrung von einer tiefen Verbundenheit mit Allem, die Erfahrung dessen, was Liebe wirklich bedeutet.

„Das klingt ja alles sehr schön, aber ist das nicht auch nur eine Illusion?“ könnte die Frage von Skeptikern und Zweiflern lauten. In einem meiner Workshops mache ich eine Übung, um sich eine solche mögliche Erfahrung wieder ins Bewusstsein zu bringen. Ich bitte die Teilnehmer(innen), sich an ein Ereignis zu erinnern, dass für sie unvergesslich geblieben ist und an das sie sich sehr gerne erinnern.
Bevor ich auf das Ergebnis eingehe, möchte ich Dir Gelegenheit geben, diese Übung jetzt selbst einmal durchzuführen:

Versuche Dich an ein Ereignis in Deinem Leben zu erinnern, an das Du gerne zurückdenkst, das für Dich unvergesslich geblieben ist.- Nimm Dir etwas Zeit, um Dir ein solches Ereignis in Deinem Leben wieder bewusst machen zu können. Es kann bis in die Kindheit zurückgehen. Wenn Du Dich für eines entschieden hast, dann versuche, alle Einzelheiten des Ereignisses aus Deinem Gedächtnis in die Gegenwart zu holen. – Nimm dabei Deine Gefühle und Empfindungen wahr, die Du damals hattest oder sich vielleicht sogar wieder einstellen. - Wenn Du möchtest, mache Dir danach ein paar Notizen über diese Erfahrung.

Bei dieser Übung erinnern sich nahezu alle Teilnehmer(innen) an eine solche Erfahrung. Es fließen dabei oft Tränen, weil man wieder neu davon berührt wird. – Das Zuhören bei der Beschreibung eines solchen Ereignisses und den damit verbundenen Erfahrungen ist für mich immer wieder etwas Wunderbares und lässt keine Zweifel mehr aufkommen, dass diese wirklich „SELBST“ – Erfahrung für jeden Menschen möglich und keine schöne Theorie ist.

Nina Ruge, die bekannte ehemalige Fernsehmoderatorin schrieb ein Buch mit dem Titel „Der unbesiegbare Sommer in uns“ . Sie berichtet in diesem Buch von einem Erlebnis bei einem Camping-Urlaub. Eines Morgens wachte sie früh auf und entschloss sich, zu einem nahe gelegenen See zu gehen. Sie nahm um sich eine große und friedvolle Stille wahr. Sie schreibt folgend:

„ Und dann geschah etwas mit mir, etwas Überwältigendes, völlig Neues, das sich trotzdem vertraut anfühlte. Ich tat gar nichts. Ich stand nur da, wie angewurzelt, ein Stück noch vom Ufer entfernt, und es war, als sähe ich das spiegelnde Wasser, die Ufergräser, die Zweige und den Himmel zum ersten Mal. Alles, was mich umgab umfing mich mit einer Kraft und Klarheit, die mich erschaudern ließ. Die Wucht des Gefühls, das in mir hochstieg, die Dimension des Glücks, die Sprachlosigkeit zugleich, all das zu erfassen – ich fühlte mich wie aus der Zeit gefallen. Keine Ahnung, wie lange ich dort stand und staunte. Es war, als hätte die Natur mir gnädig ein Portal geöffnet, durch das ich gehen und eins sein durfte mit ihr, mit meinem Leben – nichts war von Bedeutung, kein Gedanke an gestern, heute und morgen.“

Sie begründet dann, weshalb sie so ausführlich, dieses „Gold in der Morgenstund“. beschrieb.

„Weil ich der Überzeugung bin, dass derartig wegweisende Schlüsselerlebnisse jeder schon gemacht hat, deren unendlichen Wert aber bislang übersehen hat.“

Das, was sie hier beschreibt, habe ich von so vielen Menschen mit ähnlicher Klarheit bereits gehört. Sie bestätigt, dass diese Erfahrung fast jeder schon einmal gemacht hat, ohne sich dessen aber bewusst wurde. Ich sammle nach dieser Übung Qualitäten, der man sich bei dieser Erfahrung bewusst wurde. Es sind in jedem Seminar nahezu immer die gleichen: Einheit, Verbundenheit, Liebe, Freude, Glücklich-sein, Zeitlosigkeit, Vertrauen, Geborgenheit u.a.

Sie beschreibt in diesem Buch noch eine weitere ähnliche Erfahrung, die sie bei einem Ausflug in diese Wüste gemacht hat. Der Inhalt ihres Buches basiert im Grunde auf diesen Erfahrungen. Sie macht deutlich, wie schwierig es ist, diese tiefen Erfahrungen ins Alltagsleben zu integrieren, zeigt aber auch Wege auf, wie man dieses neue innere Wissen, im alltäglichen Leben umsetzen kann. Der Titel des Buches, das „der Sommer in uns unbesiegbar ist“, weist bereits darauf hin. Der Sommer als Symbol für diesen „ureigenen Kraftort in uns“ wie sie ihn im Untertitel erklärt, ist die Quelle in uns, die unzerstörbar ist. Ein sehr empfehlenswertes Buch, in dem Nina Ruge den Weg zu sich selbst, über ihre Erfahrungen und auch den damit verbundenen Herausforderungen berichtet.

In diesem spirituellen Bewusstsein ist man natürlich nicht nur bei solchen besonders tiefen Erfahrungen. Die o.g. Qualitäten lebt man auch im täglichen Leben, in Augenblicken tiefer Verbundenheit mit Menschen, Tieren und der Natur, in einer Erfahrung von bedingungsloser Liebe, von Freude, die keine Ursachen hat, sondern einfach nur da ist, von Mitgefühl und auch von Mitfreude, wenn andere sich freuen. All dies wird von Menschen erfahren, die nicht aus Egoismus und Egozentrik denken und handeln, denn in diesem Zustand sind keine Verbundenheit und bedingungslose Liebe möglich.

Personales und Transpersonales Bewusstsein

Dieser Paradigmenwechsel, den Teilhard de Chardin durch seine neue Sichtweise des Menschen eingeleitet hat, führt zu einer Spiritualität, die nicht wirklich neu ist, aber anders ist als die der institutionellen Kirchen. Nach dem alten Paradigma ist Spiritualität in den westlichen Religionen mit dem Glauben an etwas verbunden, mit Geboten und Dogmen. Spiritualität basiert hier auf einem dualistischen Bewusstsein, auf der einen Seite der sündige Mensch und auf der anderen Seite der barmherzige, aber auch strafende Gott. Was ich hier beschreibe, ist im Grunde keine wirklich neue Spiritualität. Der Kern, das Wesen von Spiritualität ist Verbundenheit, basierend auf einem nicht-dualen Bewusstsein, das keine Grenzen kennt. Religionen, die sich abgrenzen, haben diesen Geist der Verbundenheit und der Einheit verloren. Der Franziskaner Richard Rohr beschreibt dies sehr deutlich in seinem Buch „Wahres und Falsches Selbst.“ - Diese ursprüngliche Spiritualität ist auch in allen Religionen vorhanden, in der Mystik. Sie wird von den institutionellen Kirchen nicht nur vernachlässigt sondern ihre Vertreter, die Mystiker, wurden und werden immer noch aus der Kirche verbannt, in der Vergangenheit noch mehr als das. Zu diesen Verbannten gehört neben Teilhard de Chardin und vielen anderen christlichen Mystikern auch ein großer Mystiker unserer Zeit, Willigis Jäger. Andere Mystiker außerhalb der Kirchen, wie die Vertreter der transpersonalen Psychologie, werden völlig ignoriert.

Die Spiritualität der Transpersonalen Psychologie und damit auch der Psychosynthese ist völlig in Einklang mit der Mystik in den Religionen. Sie kann daher so etwas wie eine Wiederauferstehung der Mystik im Bewusstsein der Menschen bewirken, in einem Bewusstsein, das man als Transpersonales Bewusstsein bezeichnet.
Spiritualität ist im Grunde ein Bewusstsein, das ein Gegensatz zum Ego-Bewusstsein bildet, in dem man davon ausgeht, dass man als Mensch von der Ganzheit der Natur und des Kosmos getrennt ist.

ICH (Personales Selbst) und SELBST (Transpersonales Selbst)

„Wir Menschen sind doppelten Ursprungs, unendlichen und endlichen, übernatürlichen natürlichen Ursprungs.“
Karlfried Graf Dürckheim

Roberto Assagioli nannte diese beiden Bewusstseinsebenen „Personal“ und „Transpersonal“. Er hat ihnen ein Personales Selbst und ein Transpersonales Selbst zugeordnet. Das Personale Selbst nannte er auch ICH. Wenn man sich einmal bewusst macht, wie unterschiedlich man das Wort „Selbst“ verwendet, dann wird deutlich, was ich meine. Da gibt es Begriffe wie Selbstlosigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstverwirklichung, Selbstmord usw. Mal werden Selbst und Ich mit Ego/Egoismus gleichgestellt. Dann spricht man aber auch von einem „gesunden“ Ego. Mit diesen klaren Definitionen von ICH und SELBST in der Psychosynthese kommt endlich Klarheit in diese Konfusion unserer Sprache, wenn man diese Begriffe so auch verstehen und leben will.

„Um herauszufinden, wer du bist, musst du erkennen, was du nicht bist: Körper, Gefühle, Gedanke, Zeit, Raum, dies oder das. Was du konkret oder abstrakt wahrnimmst, kannst Du nicht sein. Schließlich bist Du Dir nur einer Tatsache bewusst, DU BIST. Das ICH BIN ist sicher, das Ich bin dies oder das, nicht.“
Sri Nisargadatta Maharaj

Assagioli definiert das ICH in diesem Sinne: Ein Zentrum von Wahrnehmung. Statt dieser Einschränkung des Menschen auf sein Denken, „Ich denke, also bin ich“ kann es nun heißen: „Ich nehme wahr, also bin ich“. Alles, was du glaubst zu sein, bist du nicht, sagt Nisargadatta. Alles, mit dem du dich identifizierst, bist du nicht, sagt Assagioli. Es ist der Zustand von reinem Sein, reinem Bewusstsein, dass man mit seiner Wahrnehmung füllt. Dabei bezieht sich die Wahrnehmung nicht nur auf die äußere Welt sondern auch auf das Geschehen in der inneren Welt, dem Prozess der Gedanken, den ständig wechselnden Gefühlen und den Empfindungen des Körpers. Alles, was man wahrnimmt und das, was sich ständig ändert, kann man nicht sein, so Nisargadatta. Das ist auch die Kernaussage von Assagioli. Er fügt aber noch etwas hinzu. Im ICH ist auch das Bewusstsein einer Wahlmöglichkeit angesiedelt, d.h. Entscheidungen zu treffen, Ja oder Nein sagen zu können.

In diesem ICH-Zustand ist man präsent, achtsam, lebt im Hier und Jetzt, ist gegenwärtig. Eckhart Tolle beschreibt in seinem Bestseller -„Jetzt, die Kraft der Gegenwart“ - nichts anderes als diesen Zustand des ICHs.
Die Qualität dieses Zustandes ist daher pures Dasein in der Gegenwart und die damit verbundene Bewusstheit und Achtsamkeit.

Dieses ICH oder Personale Selbst existiert so lange der Mensch lebt. Das, was der Mensch in seiner wahren Natur wirklich ist, ist zeitlos. Es hat vor der Geburt existiert und wird auch nach dem Verlassen des Körpers weiter existieren. Es wird in der Psychosynthese Transpersonales Selbst oder einfach SELBST genannt.

Wie bereits erläutert, kann dieses SELBST nicht beschrieben werden. Es muss erfahren werden, wie zuvor unter SELBST-Erfahrung (transpersonale oder mystische Erfahrung) ausführlich erläutert. Das ICH ohne eine Identifizierung und Bewertung ist so etwas wie eine Leere. Es ist in Kontakt mit diesem SELBST und rezeptiv für das, was man häufig auch als „innere Stimme“ oder „innere Führung“ bezeichnet. Man ist verbunden mit seinem transpersonalen Bewusstsein, aus dem Intuition, Inspiration, Kreativität und Klarheit empfangen werden. Die Qualität der transpersonalen Bewusstseinsebene ist eine innere Stille, die dann entsteht, wenn der gedankliche Fluss im Kopf zur Ruhe gekommen ist.

Es stellt sich dann wohl die Frage, in welchem Zustand man denn ist, wenn man nicht im ICH ist? Man ist dann in Gedanken, überwiegend sogar darin verloren, nicht wirklich anwesend im Leben. Man denkt über Dinge aus der Vergangenheit nach oder macht sich Vorstellungen über die Zukunft. Dies geschieht unbewusst und ungewollt. Man wird überwiegend von seinen im bisherigen Leben programmierten Konditionierungen, Glaubensmustern und Bildern, die man von sich hat, gesteuert. Man reagiert meistens auf äußere Impulse anstatt bewusst zu agieren. Dies ist ein roboterartiges Leben, das man in einer Art von Halbschlaf lebt. - Oft sind es Krisen oder besonders tiefe Erfahrungen, die ein Erwachen aus dieser Unbewusstheit verursachen. Meistens kommt dann die Einsicht, dass man nicht wirklich lebt sondern überwiegend gelebt wird. In vielen Fällen sind diese Menschen dann entschlossen, dieses überwiegend aus dem Unbewussten gelebte Leben zu ändern. Dann entdecken sie zum Beispiel die Psychosynthese, die dann als eine Orientierungshilfe auf dem Weg zu einem bewussten Leben dient.

Das neue Paradigma, ein spirituelles Wesen zu sein und Erfahrungen als Mensch zu machen, ist die Grundlage der Psychosynthese. Sie ist so etwas wie eine Landkarte, eine Orientierungshilfe für das Leben aus einem neuen Bewusstsein, wie Teilhard de Chardin es beschrieben hat. „Neues Bewusstsein leben" ist der Titel einer Website, die den Weg dorthin auf der Grundlage der Psychosynthese beschreibt. Der Untertitel „Erwachen zur wahren Spiritualität“. Daher brauche ich dies in diesem Rahmen nicht mehr zu beschreiben.

Nicht ohne Grund habe ich mein Seminarhaus „ZENtrum für Psychosynthese und Meditation“ genannt. Wer regelmäßig Zazen, Zen-Meditation praktiziert, übt durch das bewusste Gewahrsein des Atmens, ohne mit etwas identifiziert zu sein, im ICH zu sein. Im Zen heißt es, im Hier und Jetzt zu sein, was das Gleiche ist. Eckhart Tolle spricht von Gegenwärtigkeit und Präsenz, anwesend im Leben zu sein. – Wenn dann allmählich die Gedanken immer mehr zur Ruhe kommen und eine innere Stille eintritt, werden häufig auch Erfahrungen von tiefer Verbundenheit und Einheit gemacht (wie zuvor als transpersonale Erfahrungen beschrieben). Selbst der noch im ICH-Zustand präsente Beobachter existiert nicht mehr. Aus dem Beobachter wird ein Zeuge des Geschehens, wie man diesen Zustand auch häufig bezeichnet. Dann geschieht das, was man als Transzendenz bezeichnet.

Häufig haben Meditierende Angst, über diese Schwelle zu gehen, weil es wie ein Sprung in eine Leere ist. Da ist nichts mehr, mit dem man sich identifiziert. Da das Ego für seine Existenz aber Identifikationen braucht, muss dieses Ego-Bewusstsein und damit jede Identifikation von etwas, was man zu sein glaubt, sterben. Wenn diese Erfahrung sehr tief gehend ist, stellen sich mit diesem Erwachen danach häufig Krisen ein, die unterschiedliche Folgen haben können. Wie diese Zeit nach dem Erwachen sein kann habe ich im gleichnamigen Artikel bei Sein.de beschrieben.

Liebe und tue, was du willst!


Augustinus

Diese Aufforderung des Kirchenlehrer Augustinus drückt kurz und präzise aus, was notwendig ist, um aus diesem spirituellen Bewusstsein zu leben. Dies macht auch Teilhard de Chardin mit diesem Zitat deutlich:

„Nur die Liebe kann alle Menschen verbinden und zur Entfaltung führen. Denn die Liebe ermöglicht ihnen das Miteinander dessen, was sie im tiefsten Innern sind. Wir brauchen uns lediglich vorzustellen, dass wir unsere Liebesfähigkeit soweit entwickeln, dass sie alle Menschen und die gesamte Erde einschließt.


Hier noch einmal die Webseiten, auf die ich im Text hingewiesen habe:

Weitere Webseiten zum Thema :


Psychosynthese, Spiritualität und Meditation werden ausführlich in meinem Buch „Das Leben leben“ im zweiten Teil mit dem Titel „Wer bin ich?" beschrieben.