ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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"Gespräche mit Gott"

Interview zum gleichnamigen Film mit Neale Donald Walsch

Anlage zum "ZENtrum Aktuell 9/10= 2008

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe "ZENtrum aktuell" Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums eng verbunden sind. Mit diesem Brief ist es ein Interview mit Neale Donald Walsch zu seinem Film "Gespräche mit Gott".

Neale Donald Walsch

Neale Donald Walsh (geb 1943) ist ein amerikanischer Autor vieler spiritueller Bücher. Seine Bücher "Gespräche mit Gott" Bd.1 bis 3, "Freundschaft mit Gott", "Gemeinschaft mit Gott", "Neue Offenbarungen", "Gott Heute" und andere wurden in viele Sprachen übersetzt.
Walsch wuchs in einer römisch-katholischen Familie auf, die ihn auf den spirituellen Weg führte. Er studierte die Bibel, die Riga Veda und Texte der Upanishaden-Sammlung (Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus).
Anfang der 90er Jahre schien Walschs Leben unwiderruflich aus dem Gleichgewicht zu geraten. Ein Feuer zerstörte alles was er besaß, seine Ehe zerbrach, und ein schwerer Autounfall brach ihm wortwörtlich das Genick. Doch Walsch sollte noch tiefer abrutschen. Er verlor seine Arbeit, wurde obdachlos, und war dazu gezwungen in einem Zelt in Jackson Hot Springs, gleich außerhalb Ashlands, zu übernachten. Er musste Aluminiumdosen sammeln, um sie dann in einer Recyclingstation gegen Geld einzutauschen. Er dachte, dass nun das Ende seines Lebens gekommen war. Doch Walsch schaffte es, sich aus der Obdachlosigkeit, mit einem Job in einer Radio-Talk-Show, herauszuarbeiten. Als diese bankrott ging, verfasste er einen wütenden Brief an Gott, der ihm, wie Walsh angibt, antwortete. (Quelle : Artikel zu "Neale Donald Walsch" in Wikepedia)

Gespräche mit Gott – Der Film

Die Lebensgeschichte von Neale Donald Walsch wurde unter dem gleichnamigen Buchtitel "Gespräche mit Gott" verfilmt. Der Film ist als DVD erhältlich. Zu diesem Film gibt es zusätzlich ein Interview mit Donald Walsh.
Die Antworten von Walsh zu den Fragen, die ihm gestellt wurden,= haben mich sehr bewegt.

Hier Auszüge aus diesem Interview:

Frage: Stimmt der Film mit Ihren ursprünglichen Intentionen überein?

Zwei Botschaften bringt er rüber: Erstens: Gott spricht zu allen Menschen. Immer. Man muss kein Heiliger sein und auch kein Weiser, um mit Gott ins Gespräch zu kommen.
Und zweitens: Jeder kann eine bedeutende Veränderung in seinem Leben erfahren, wenn er offen dafür ist, dass es mehr gibt, als man sehen kann.

Frage: Sind Sie durch die Krisen, die Sie durchlebt haben,der Erfahrung des Einsseins nähergekommen?

Ich denke, das Leben, das ich geführt habe, die Erfolge, die Krisen, die schwierigen und die schönen Zeiten, all das hat zu meinem Erfahrungsschatz beigetragen und danach lebe ich. Ich habe, einfach ausgedrückt, außergewöhnliche Lektionen bekommen. Die Lektion über das Einssein habe ich übrigens auf der Straße bekommen. Sie lautet: Wenn wir alle füreinander da wären, als wären wir Brüder und Schwestern, als wären wir wirklich alle eins, können sich auch hoffnungslose Situationen zum Guten wenden und Wunder geschehen in diesem unseren Leben.

Frage: Wie denken Sie selbst darüber: Passt Ihr Verständnis von Gott mit den Grundüberzeugungen der christlichen Religion zusammen?

Ich weiß, dass meine Ansichten über das Leben perfekt zum Kerngedanken des Christentums passen, denn dieser Kernglaube ist mit einem Wort ausgedrückt: Liebe. Ganz einfach Liebe. Alles andere ist eine Verdrehung und Verzerrung dieser Kernbotschaft und dieses einzigen Glaubens. Da bin ich mir sicher. Das kann man auch überall in der Bibel nachlesen. Es gibt genaue Übereinstimmungen von dem, was Christus sagt und lehrt, und dem, was in "Gespräche mit Gott" vorkommt. Bezogen auf die Kerngedanken denke ich also nicht, dass es elementare Unterschiede in den Ansichten gibt, oder Unterschiede in den Doktrinen oder im Glauben, zwischen "Gespräche mit Gott" und dem Christentum.

Aber nehmen wir mal spätere Interpretationen dessen, was Jesus zu sagen hatte, und damit meine ich Interpretationen, die über Christi Lehre gelegt wurden, Jahre nach seinem Tod, manchmal Jahrhunderte nach seinem Tod. Bei diesen Fragen stoßen wir auf ein paar Schwierigkeiten. Und diese Schwierigkeiten haben damit zu tun, wovon ich gerade sprach, der Idee eines Gottes der Verdammnis. Das ist doch bemerkenswert: Selbst Christen würden sagen, dass Jesus am Kreuz, am Ende seines Lebens, sein höchsteigenes Verständnis von Gott zeigte, als er zum Dieb neben sich sagte: "Wir werden uns im Paradies wiedersehen." Er vergab dem Dieb. Mit seinem letzten Atemzug also sprach er von ewiger Vergebung und nicht von Verurteilung. Schade, dass einige der großen Religionen, und auch ein paar kleinere, es für nötig hielten, nicht nur Jesu Botschaft zu verfälschen, sondern auch die anderen geistlicher Führer wie Mohammed, Moses, Buddha, Baha`u`llah und sogar die modernen Religionsstifter wie Joseph Smith.
Wir hören immer wieder die Kernbotschaften dieser scharfsichtigen und erkenntnisreichen Menschen. Und dabei verdrehen wir sie, damit sie menschlicher werden. Denn Rache, Bestrafung, Verdammnis sind rein menschliche Erfindungen, Konstrukte unseres Geistes, welche mit göttlicher Liebe nichts zu tun haben.

Frage: Braucht Gott überhaupt Religionen?

Gott braucht überhaupt keine Religionen. Gott braucht gar nichts. Er braucht nicht nur keine Religionen. Gott braucht weder Verehrung noch Gehorsam oder Liebe. Das ist für manche schwer zu verstehen, denn wie gesagt: Die Menschen haben Gott geschaffen, obgleich sie behaupten, er habe sie nach seinem Bild geschaffen. Dabei ist es das Gegenteil. Wir haben einen Gott geschaffen, der geliebt und verehrt werden muss, dem man gehorchen muss und so weiter. Für mich sind das Konstrukte einer beschränkten, primitiven Auffassung. Ich denke nicht, dass Gott Religionen braucht. Er braucht nichts. Wie könnte Gott etwas brauchen, wenn er Ursprung aller Existenz ist? Hier widerspricht sich die Religion selbst: Die Religion will uns glauben machen, und das sagen alle Religionen der Welt, dass Gott alles geschaffen hat. "Ich bin Alpha und Omega. Der Anfang und das Ende." Es gibt also nichts, was nicht von Gott geschaffen ist. Deshalb ist jegliche Existenz etwas, was vom Ursprung aller Dinge stammt, und das ist Gott. Wenn das also wahr ist, was sollte Gott dann brauchen? Was sollte Gott brauchen? Die Antwort ist natürlich: "Nichts!" Der Ursprung aller Dinge braucht natürlich nichts, da alles daraus hervorgeht.

Frage: Woher wissen Sie, dass die Stimme, die Sie hören,die Stimme Gottes ist?

Ich weiß nicht, ob die Stimme, die ich höre, Gottes Stimme ist. Ich kann das nicht kategorisch sagen. Ich kann nur sagen, dass ich glaube, dass es so ist. Aber niemand hat je etwas anderes behauptet. Diejenigen, die die Bibel geschrieben haben, sagten das Gleiche. Alle großen spirituellen Führer können nur ihre eigenen Erfahrungen, ihren eigenen Glauben darlegen. Ich glaube, dass ich von Gott inspiriert worden bin, der Menschheit Botschaften zu bringen, die tiefsinnig, eindeutig, einfach und aus sich selbst heraus wahr sind. Ich glaube außerdem, dass wir alle diese Aufgabe bekommen haben. Ich wurde häufig gefragt, was ich den Leuten empfehlen kann, die mit Gott Kontakt aufnehmen wollen. Viele sagen, sie wissen nicht wie.
Ich sage Ihnen, es ist ganz leicht: Frag einfach. Du musst es nur wirklich wollen.
Niemandem, der bereit dazu ist, der die Bereitschaft dazu wirklich hat, in seinem Herzen, in seinem Geist und seiner Seele, die Bereitschaft, Gottes Hand zu spüren, mit Gott ins Gespräch zu kommen, wird diese Verbindung verwehrt bleiben, niemandem. Gott wartet geradezu darauf, dass wir diese Verbindung zu ihr suchen. Und wenn sie diesen Ruf hört, wird er antworten. Uns allen. Er tut es immer, sie wird es immer tun. Und so wird es immer sein.
In meinem Leben erfahre ich Gott nicht nur als Gedanken in meinem Kopf, sondern als Gefühl in meinem Herzen. Es ist ein Gefühl von Frieden, von Vergebung und vollkommener Akzeptanz, ein Gefühl von Freude, tiefer, innerer Freude, die Art von Freude, die dich fast zum Weinen bringt und ein Gefühl großer Weisheit, einer tiefen Weisheit. Wenn ich mit Gott, so wie ich ihn erlebe, spreche, dann spüre ich all dies als Teil meiner selbst. Ich fühle mich weise, ich empfinde Freude, ich möchte allen anderen vergeben. Es ist mir nahezu unmöglich, auf jemanden böse zu sein nach einem Gespräch mit Gott. Ich empfinde für andere, was Gott für mich empfindet.

Frage: So eine Beziehung zu Gott würde also unser Verhalten, unsere Beziehungen zu anderen vollständig verändern?

Wenn wir zu unserem Gespräch mit Gott stehen würden, wenn wir zu der Idee stehen würden, dass Gott bei uns ist, und in jedem Moment in uns und durch uns lebt, wenn wir wirklich so leben würden, würde etwas Erstaunliches passieren, das uns überfordert. Wir würden jeden Menschen lieben. Im wahrsten Sinne des Wortes: Wir würden plötzlich alle lieben! Ich habe ungeheuer positive Gefühle für die Menschen in diesem Raum. Im Ernst, ich sage das nicht bloß. Es kommt mir vor, als würde ich sie mein ganzes Leben kennen. Plötzlich, denn diese Energie nimmt mich gerade ein.

Ich habe nicht nur ein Gefühl des Einsseins und der Liebe hier zu ihnen, sondern zum Leben selbst. Wenn die Menschen sich mit Göttlichkeit füllen würden, mit der Energie des Göttlichen, dann würden sie plötzlich das Leben und alles im Leben lieben. Sie wüssten gar nichts mit dieser Energie anzufangen, denn weder unsere Schulen, die Religionen noch unsere Erziehung lehren uns, was wir mit dieser Art Liebe machen sollen. Man hat uns nur beigebracht, wie man jemanden liebt, der uns auch liebt. Wir wissen nur, wie man etwas genießt, wenn es uns selbst Freude bereitet. Da besteht ein großer gedanklicher Vorbehalt in Sachen Liebe und damit Gott. Wir stellen uns sogar vor, dass auch Gott mit Vorbehalt liebt. Wir reden hier aber gerade von vorbehaltsloser Liebe.

Wenn wir alle zu unseren Gesprächen mit Gott stehen würden, würden wir uns einfach alle umarmen, die Blumen küssen und Bäume umarmen. Die Leute nennen das spöttisch "Baumumarmer". Die Konservativen in der Welt nennen uns 'Birkenstock tragende Baumumarmer mit Ohrringen'. Ich trage aber keine Ohrringe und auch keine Birkenstocks. Ich trage Prada. "Der Teufel trägt Prada." Ich trage also weder Birkenstocks noch Ohrringe. Na gut, ich habe lange Haare. Aber ich umarme Bäume, und ich pfeife nach Vögeln. Ich sehe in den Nachthimmel ... mit allem, was ich im Herzen habe. Und ich sehe Menschen, und ich wünschte, sie wären nie wieder traurig in ihrem ganzen Leben. Ich spüre ungeheure Liebe und Mitgefühl für die ganze Menschheit. Und ich wünschte, alle könnten erleben, was ich erlebe. (Ende des Interviews)

Noch bewegender als diese Antworten nur zu lesen ist, Walsch sie selbst sagen zu hören. Er strahlt das aus, wovon er spricht.

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