ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Den Geist zur Ruhe bringen

Anlage zum "ZENtrum Aktuell 3/4 2017 :
Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe "ZENtrum aktuell", Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums wie auch mit denen meines Buches „Das Leben leben“ eng verbunden sind.
In dieser Anlage ist dies das Buch „Die Mind Calm Methode“ von Sandy C. Newbigging.

Sandy C. Newbigging
ist Autor diverser Bücher zum Thema Meditation und Heilung und hat als Entwickler der Mind-Detox Therapie und Mind-Calm-Meditation zahlreiche Preise erhalten. Sein Ziel ist es, inneren Frieden für jeden zugänglich und erreichbar zu machen, indem er uralte Weisheiten für unsere moderne Welt anpasst.

Das Buch: Die Mind Calm Methode

Für die deutsche Übersetzung dieses Buches hat man den Englischen Titel übernommen, da es für dieses Wort Mind keine wirklich treffende Übersetzung im Deutschen gibt. Wenn man ihn übersetzen will, passt "Geist" am besten. Im Englischen gibt es jedoch für Geist noch das Wort „Spirit“. Viele Übersetzer benutzen das Wort Geist für Mind und Spirit, schreiben dann aber Geist in kleinen Buchstaben, wenn sie Mind meinen, und GEIST in großen Buchstaben, wenn sie Spirit übersetzen. Ich habe dies auch so im Folgenden übersetzt, d.h. statt Mind den Begriff Geist in dieser Schreibweise verwendet. Daher die Überschrift für diese Anlage der Titel "Den Geist beruhigen", bei dem wohl jeder versteht, was gemeint ist.

Ich habe im Folgenden die Inhalte des Buches sowohl mit eigenen Worten als Zusammenfassung vermittelt wie auch durch Auszüge und Zitate.

Teil 1 - Lehren und Techniken

Einführung

Newbigging beschreibt Bewusstsein als einen „ruhigen Rahmen für jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Handlung egal, ob positiv oder negativ“. Achtsamkeit ist notwendig, die Vorgänge im Bewusstsein unmittelbar zu erfahren. Er hat als Überschrift für diese Einführung „Die stille Lösung“ gewählt. Damit meint er, dass man zu seiner Stille finden muss, um zum Beispiel mit Stresssituationen umgehen zu können. Er betrachtet die Stille als das Geheimnis, um ein Leben frei von Angst und Problemen führen zu können. Dazu ist es notwendig, das „innerste Reservoir der Ruhe wieder zu entdecken, die garantiert, dass man die Beziehung zu seinen Gedanken und Emotionen, zum Körper und zum Leben von Grund auf wandeln kann.“ Er meint, dass „Probleme hausgemachte Erfindungen des Geistes sind. Ohne seine Einmischung, indem man etwas als negativ, schlecht, falsch oder noch schlimmer bewertet – würde das Leben verlaufen, ohne dass man irgendetwas als problematisch erleben würde.“

Kapitel 1: Heimliche Ursachen für einen unruhigen Geist.

Bewertungsspiel

„Der Geist bewertet, was in der Vergangenheit geschehen ist, was genau jetzt geschieht, und was in der Zukunft geschehen könnte – und zwar immer mit der Absicht einzuschätzen, ob es positiv oder negativ, gut oder schlecht, richtig oder falsch, besser oder noch schlimmer ist. Und dann, wenn er etwas als schlecht, negativ, falsch oder noch schlimmer einstuft, hat man das, was man gemeinhin ein Problem nennt. – Es gibt eine direkte Beziehung zwischen der Bewertung einer Sache als Problem und dem Drang, zu viel zu denken.“

„Der Geist liebt es, Probleme zu lösen. Wenn er etwas als potenziell problematisch erkannt hat, wird er sofort aktiv, um über das Problem nachzudenken und die besten Lösungsmöglichkeiten zu finden.“ „Das erste Gegenmittel gegen diese heimliche Ursache für einen unruhigen Geist besteht einfach darin, diese Gedanken zu erkennen, sie aber nicht zu sein.“

Die Psychosynthese empfiehl das Gleiche, sich nämlich von dem zu desidentifizieren, mit dem man identifiziert ist, was man glaubt zu sein, um aus dem ICH zum Beobachter zum Beispiel der Gedanken werden zu können.

Bei dieser Distanz des Beobachters wird der Druck genommen, dieses Problem mit seiner Bewertung möglichst rasch lösen zu müssen. Newbigging: „Wenn kein Problem gelöst werden muss, kommt der Geist sehr rasch zur Ruhe. Wenn etwas nicht gut oder schlecht, richtig oder falsch, besser oder schlechter ist, dann ist es einfach so.“

Anders ausgedrückt heißt das, das, was ist, was man beobachtet, einfach zu akzeptieren, wie es ist, ohne es mit einem Etikett zu bewerten, was dann sofort den Geist aktiv macht, um das „Problem“ lösen zu müssen. Es tritt die angestrebte Ruhe ein. - Diese Teilpersönlichkeit des „Bewerters“ ist bei vielen Menschen sehr dominant. Wenn man dem Bewerter diese Macht nimmt, hat man schon sehr viel getan, um mit mehr Ruhe Dingen aber auch Menschen ohne Bewertung zu begegnen.

Mit Widerstand dauert es länger

„Hand in Hand mit dem Bewertungsspiel geht der Widerstand. Der Geist beginnt sich oft, sich gegen etwas zu wehren, was er gerade als schlecht, negativ, falsch oder schlimmer bewertet hat.“

Newbigging macht deutlich, dass mit positiven Bewertungen gute Gefühle, mit negativen Bewertungen jedoch schlechte Gefühle verbunden sind. Er sieht einen „direkten Zusammenhang zwischen einem schlechten Gefühl aufgrund des Widerstandes gegen etwas und dem Drang, darüber zu grübeln, weil der Geist sich gut fühlen will. Dies entspricht einer „natürlichen Neigung, alles zu unternehmen, damit man glücklich ist.“

Durch das Beobachten und die Akzeptanz dessen was ist, vermeidet man auch die mit der negativen Bewertung verbundenen schlechten Gefühle, die zum Grübeln führen und nach Veränderung drängen. Akzeptiert man aber einfach alles, so wie es ist, wird es zumindest zu weniger Unruhe im Geist kommen, Man nimmt diese Widerstände zwar wahrnimmt, kann sich aber als Beobachter über sie hinwegsetzen kann.

Die Bedingungsfalle

„Die Bedingungsfalle schnappt zu, wenn man glaubt, dass man erst glücklicher, friedvoller, geliebter, erfolgreicher oder in irgendeinem anderen wünschenswerten Zustand sein wird, wenn man X, Y oder Z, tut oder hat. Eine solche Bedingung entfernt einen davon, sich einfach bestimmte Dinge zu wünschen, und fördert die Überzeugung, dass man diese Dinge braucht, um sich gut zu fühlen. Bedingungen oder besser Anhaftungen beruhen auf der Illusion, dass man sich gar nicht gut fühlen kann, wenn man nicht zuvor bestimmte Ding an seinem Körper oder Leben, verbessern, ändern oder vervollkommnen will. Doch Ruhe, Zufriedenheit und Verbundenheit entstehen, wenn man nicht mehr an die Werturteile des Geistes glaubt und sich nicht mehr gegen das Leben wehrt.“

Die Antwort, die zum Überwinden dieser Falle notwendig ist, heißt „Alles loslassen, was anders werden muss.“ Dabei fordert er den Leser auf, sich die Frage zu stellen: „Was geschieht in mir, wenn ich das Bedürfnis loslasse, dass dies anders sein muss, als es jetzt ist? Was passiert, wenn ich loslasse? Als Beispiele führt er Antworten von Teilnehmern an seinen Seminaren auf: „Ich spüre Erleichterung“ – „Ich bin ruhig“ – Ich fühle mich befreit“.

Ich füge noch hinzu, dass selbst dann, wenn diese Bedingungen erfüllt werden, man für eine Weile zufrieden ist, man dann aber mit neuen Bedingungen konfrontiert wird, die wieder zur Unzufriedenheit und einer Unruhe im Geist führen. Die Falle hat dann wieder zugeschnappt.

Die Zeitfalle

„Zeit ist eine der wichtigsten versteckten Ursachen dafür dass der Geist in die Falle geht.“ Diese Falle bedeutet, dass man mit seinen Gedanken mit irgendetwas beschäftigt ist, was in der Vergangenheit geschehen ist oder was in der Zukunft geschehen könnte. Man „schwelgt in Erinnerungen“ oder man hat den Drang, dass man meint, „sich mit der Zukunft auseinandersetzen zu müssen – was einen endlosen Strom an möglichen Szenarien mit sich bringt, in denen sich der Geist verwickeln kann. Was das bedeutet ist klar: Die ganze Zeit verpasst man den gegenwärtigen Augenblick. Die Zeitfalle macht, wenn sie unentdeckt bleibt, innere Ruhe nahezu unmöglich.“

Anders formuliert Man lebt nicht in der Gegenwart und nimmt das wahr, was gerade ist, sondern lebt mit seinen Gedanken in der Vergangenheit oder bereits in der Zukunft. Wie Eckhart Tolle es formuliert: Man ist nicht wirklich im Leben anwesend.

Die Kernaussage von Newbigging:
„Der einzige Zeitpunkt, zu dem man innere Ruhe erfahren kann ist im JETZT.“

Um im Rahmen des üblichen Umfangs dieser Anlage zu bleiben, werden die folgenden Kapitel nur als Überschriften aufgeführt, um einen Eindruck zu bekommen, was das Buch vermittelt. Man kann bereits durch das Erkennen dieser Ursachen für einen unruhigen Geist, den daraus gewonnenen Erkenntnissen und deren Umsetzung zu mehr Ruhe finden.

Die weiteren Kapitelüberschriften

  • Kapitel 2: Die Beruhigung des Geistes und ihr großer Nutzen
  • Kapitel 3: Was Sie sich wünschen, tragen Sie schon in sich
  • Kapitel 4: Schnellstart: Kommen Sie jetzt zu Ihrer inneren Ruhe
  • Kapitel 5: Das Wunder des Friedens in Ihrem Geist
  • Kapitel 6, Das Geheimnis des Erfolges ist Frieden
  • Kapitel 7: Die Geist-Beruhigungs-Meditation
  • Kapitel 8: Verblüffende Meditationsereignisse
  • Kapitel 9: Die optimale Geisteshaltung beim Meditieren.
  • Kapitel 10: Das Frieden-mit-dem Geist Protokoll

Teil 2: Das Geist-Beruhigungs-Programm in Zehn Stufen

Diese 10 Stufen sind:

  1. Verbundenheit
  2. Kraft
  3. Freude
  4. Frieden
  5. Liebe
  6. Wahrheit
  7. Klarheit
  8. Weisheit
  9. Einssein
  10. Präsenz

Für jede dieser 10 Stufen gibt es ein Tagesprogramm, um systematisch diese Qualitäten in sein Leben integrieren zu können


Quelle:
Sandy C. Newbigging „Die MIND CALM Methode“
Rororo Verlag 978-3-499-63066-84


Weiterführende Artikel zu diesem Thema:

Wie man den Geist zur Ruhe bringt, ist auch ein Thema dieses Buches.