ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Leben was wir sind!
Erwachen aus der Illusion des Getrenntseins.

Anlage zum "ZENtrum Aktuell 1/2 2020 :

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe 'ZENtrum aktuell', Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums wie auch mit denen meines Buches 'Das Leben leben' eng verbunden sind. Im Folgenden eine Auswahl von Zitaten aus dem ZEN-Kalender 2019

Einleitung zu den Zitaten

Der 'Page-A-Day-Calender' ist die Bezeichnung für einen Zen-Kalender, der für jeden Tag im Jahr eine Lebensweisheit enthält. Die Autoren der hier veröffentlichten Zitate sind Weisheitslehrer, Poeten und Schriftsteller aus allen Kulturen. Er ist seit vielen Jahren für mich ein wertvoller Begleiter. Ich habe sie aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt Die meisten ausgewählten Zitate geben eine Antwort auf die Frage, wer/was wir in unserer wahren Natur sind und was es bedeutet, aus diesem ursprünglichen Bewusstseinszustand wieder zu leben.


„Wenn es überhaupt einen Pfad gibt, dann ist es der, auf dem du dich von allem befreist, was du glaubst zu sein.“
Adyashanti

Kommentar:

Die meisten Menschen leben aus einer Identität mit etwas, was sie meinen zu sein. Es ist ein Bild, das man im Laufe des Lebens von sich entwickelt hat, das aber nicht das ist, was wir in unserer wahren Natur wirklich sind.

Wer sich von diesen falschen Bildern und Identitäten befreien und gemäß seiner wahren Natur leben kann, lebt anders. Er lebt überwiegend wieder aus dem ursprünglichen Bewusstsein, aus dem man nach seiner Geburt und noch einige Jahre danach als Kind lebte, das verlorengegangene Urvertrauen des Kindes zum Beispiel kehrt wieder zurück. Wie das Kind damals, lebt man wieder mehr in der Gegenwart. Zukunftsängste und unnötige Sorgen haben keine Macht mehr.

Ein Zen-Zitat drückt diese Aufforderung sehr bildhaft aus: „Man muss wieder zum ungehobelten Klotz zu werden, der wir bei unserer Geburt waren.“ Es gilt, alles das loszulassen, war uns von unserer Umwelt, Eltern, Kultur und Zivilisation vermittelt wurde und uns geprägt hat, wie bei einem Klotz, auf dem Prägungen „ein gehobelt“ wurden.



„Ich bin nicht meine Gedanken, meine Gefühle, meine Empfindungen und Erfahrungen. Ich bin nicht mein Lebensinhalt. Ich bin Leben. Ich bin der Raum, in dem alle Dinge geschehen. Ich bin Bewusstsein. Ich bin das Jetzt. ICH BIN.“ "
Eckhart Tolle

Eckhart Tolle beschreibt hier alles das, mit dem wir uns identifizieren, von dem wir uns befreien müssen. Die größte Herausforderung dabei ist, seine Vergangenheit, die man als Lebensinhalt wahrnimmt, loszulassen.



„Du bist der Himmel. Alles andere ist einfach nur Wetter.“
Pema Chodron

Der Himmel, das ist der unendliche Raum unseres Bewusstseins, der sich nie verändert. Es ist das JETZT, das gleichzeitig EWIGKEIT ist. Das Wetter verändert sich ständig wie die Inhalte unseres Bewusstseins, von einem Augenblick zum anderen. Das Wetter ist auch ein gutes Bild für unsere wechselnden Bewusstseinszustände und Stimmungen.



„Du bist nicht ein Tropfen im Ozean, Du bist der ganze Ozean in einem Tropfen!
Rumi

Statt „die Welle ist das Meer“ oder „der Tropfen ist der Ozean“, sagt Rumi, dass unsere wahre Natur der Ozean ist, der im Tropfen bzw. in der Welle Form annimmt. Wir sind das unendliche Bewusstsein, das in der Form unseres Körpers und dessen Geistes permanent existiert.



„Es macht mich krank, wenn ich nicht den Mut aufbringe, ein absoluter Niemand (Nobody) zu sein.“
J.D. Salinger

Ein Zitat, das schockieren kann. Wer will schon ein Niemand sein? Der englische Begriff macht diesen Zustand noch deutlicher: Nobody, das heißt, nicht der Körper zu sein. Das Ego braucht Identifikationen, weil es in seiner Substanz auch unser Überlebenstrieb ist. Daher braucht man den Mut zur Bereitschaft, in einen Abgrund zu fallen, um von seiner wahren Natur aufgefangen zu werden. Es braucht Mut, um sich von allen Identifikationen, von dem, was man glaubt zu sein, befreien zu können. Es gibt eine Weisheit, die besagt, dass man sterben kann, bevor man am Ende seines Lebens stirbt. Wenn wir den Körper verlassen, müssen wir alles loslassen, mit dem wir uns im Leben identifiziert haben. Gelingt das Loslassen dieser Identifikationen während unseres Lebens, sind wir bereits der zitierte „Nobody“, reines Bewusstsein, unsere wahre Natur, unser wahres Selbst. Wir haben keine Angst mehr vor dem Tod.



„Die Schönheit der Buddhistischen Lehre ist, dass sie die Qualität in sich haben, dass man nicht auf eine Reise gehen muss sondern dass man in sich sein Zuhause findet. Das ist seine wirkliche Qualität des Dharma, dass man das Gefühl hat, heimzukommen, zu seinem Selbst zu erwachen.“
David Nichtern

Dieses Zitat drückt wiederum aus, dass man keine Reise antreten muss, um irgendwann mal irgendwo anzukommen. Es ist dieser zuvor zitierte Pfad zu seinem wirklichen Zuhause, „Ich bin angekommen, ich bin zuhause“ beschreibt der vietnamesische Zen-Lehrer Thich Nhat Tanh als den kürzesten buddhistischen Vortrag, den er je gehalten hat. (Link siehe unten!)


Die folgenden Zitate unterstreichen diese Wahrheit mit anderen Worten:


„ Der eigentliche Sinn des Buddhismus ist, irgendwann dort anzukommen, wo wir keine Lehren Buddhas mehr benötigen, wenn wir kein Meditationszentrum oder sonst etwas mehr brauchen. Ohne Lehrer, ohne einen Buddhistischen Lehrer, einfach unseren Weg gehen zu können. Das ist das Beste.“
Shunryu Suzuki


„Lass den Gedanken gehen, etwas zu werden, weil du bereits ein Meisterstück bist. Du kannst nichts verbessern. Du musst nur dort ankommen, es erfahren und es verwirklichen."
Osho


„Du wirst einmal erkennen, dass Klarheit nur möglich ist, wenn du in dein Herz schaust. Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht.“
Carl Jung

Ins Herz, nach innen zu schauen, bedeutet, mit seiner wahren Natur in Kontakt zu sein. Man ist erwacht. Der einzige Ort, in dem Klarheit möglich ist.



„Der einzige Weg zum Erwachen ist durch Stille in Dir und nicht durch das Analysieren von irgendwelchen Fakten. Es geschieht nicht durch Herausfinden was gut oder schlecht ist, sondern nur durch einfaches Stillsein. Lass alle Gedanken, alle Verletzungen, alle Dogmas und Konzepte los und tue das jeden Tag aufs Neue.“
Robert Adams


„Wenn man es nicht schafft, Stille in sich selbst zu finden, ist es unsinnig, sie irgendwo anders zu suchen.“
Francois de la Rouchefoucauld

Mit unserer wahren Natur kann man nur in der Stille in Kontakt kommen, wenn der Geist mit dem ständigen Gedankenfluss zur Ruhe gekommen ist. Dadurch können wir uns von unserer Vergangenheit und dem, was uns geprägt hat, befreien. Der Pfad zu unserem Inneren ist der Pfad zur Stille.



„Wir meditieren nicht, um besser bei der Mediation zu werden. Wir meditieren, um besser im Leben zu sein.“
Sharon Salzberg

Wir meditieren, um auch im Alltag mit unserer inneren Stille, mit unserer wahren Natur in Kontakt sein zu können.



„Vielleicht ist es das Wichtigste, das wir einer anderen Person übermitteln können, Stille in uns. Nicht die Art von Stille, die gefüllt ist mit unausgesprochener Kritik oder Rückzug. Es ist die Art von Stille, die ein Ort von Refugium, von Ruhe, von Akzeptanz, dass der andere so sein darf wie er ist.“
xxx

Im Kontakt mit unserer wahren Natur kann die Stille zu einer neuen Art von Kommunikation miteinander führen, die auch stattfindet, wenn Menschen im Schweigen miteinander meditieren.



„Wenn Du realisiert hast, dass der Weg das Ziel ist und dass Du Dich immer auf diesem Weg befindest und nicht ein Ziel zu erreichen hast, sondern Du Dich an seiner Schönheit und seiner Weisheit erfreuen kannst, dann ist das Leben keine Aufgabe mehr. Es wird natürlich und einfach. Es wird in sich selbst eine Ekstase.“
Nisargadatta Maharaj

Dieser Weg ist der zu Beginn zitierte einzige Pfad, den es gibt. Es gilt immer wieder innezuhalten, den Atem gewahr zu werden, um in diesem Augenblick der Stille, uns an der Schönheit und Weisheit des Lebens erfreuen zu können. Es geht nicht darum, irgendwo anzukommen. Durch jede Unaufmerksamkeit fallen wir wieder aus dem Zustand des Wachseins heraus und müssen wieder neu aufwachen. Wir meditieren, um im alltäglichen Leben überwiegend wach zu sein. Siehe: „Wir meditieren, um besser im Leben zu sein.“



Quelle der ZEN-Zitate:

  • Zen Page-A-Day Calendar 2019 (Working Publishing New York)

Mit diesem Thema verwandte Websites

Das Buch "Das Leben leben"
kann auf diesem Weg zu seiner wahren Natur ein ständiger Begleiter sein.