ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn

Anlage zum "ZENtrum Aktuell" 5/6 2017

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe "ZENtrum aktuell", Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums wie auch mit denen meines Buches Das Leben leben" eng verbunden sind. In dieser Anlage ist dies das Buch „Bedienungsanleitung für ein menschliche Gehirn“ von Gerald Hüther.

Gerald Hüther

Gerald Hüther ist Neurobiologe, Professor und Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventivforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen sowie Präsident der Sinn-Stiftung. Er ist Autor zahlreicher Bestseller wie "Biologie der Angst", "Was wir sind und was wir sein könnten" und vielen anderen Bestsellern.

Einleitung

Der Titel dieses Buches drückt meines Erachtens nicht genügend aus, was der Inhalt vermittelt. Ein möglicher Untertitel könnte lauten: "Leben statt gelebt zu werden". Wenn das Gehirn einen hat und man von seinen Programmen und Konditionierungen gesteuert wird, dann lebt man nicht wirklich selbst, also bewusst, sondern wird mehr oder weniger gelebt. Hat man aber sein Gehirn, kann man es benutzen, seine Programmierungen ändern und durch ein verändertes Verhalten dem Gehirn neue Impulse geben. Benutzt man das in seinem Gehirn vorhandene Potential, so kann man sich in seinem Leben als Mensch weiterentwickeln. Das ist die Botschaft von Gerald Hüther und sie hat die Bedeutung, die ich bisher meinem Gehirn gab, völlig verändert.

Diese Botschaft bedeutet in ihrer Essenz, aufzuwachen aus einer Lebensweise, die überwiegend von den in der Kindheit programmierten Konditionierungen bestimmt wird. Gerald Hüther hat daher seiner Einleitung den Titel „Vorbemerkungen und Gefahrenhinweis“ gegeben. Sein letzter Satz lautet in dieser Einleitung „Möglicherweise bleibt dann (nach dem Lesen des Buches) nichts mehr so, wie es einmal war. Auch nicht ihr Gehirn.“

Im Folgenden versuche ich wesentliche Botschaften des Buches mit Zitaten und eigenen Interpretationen zu beschreiben. Die Zitate sind an der kursiven Schriftweise zu erkennen.

Auf dem Weg zur Menschwerdung

„Der Prozess der Menschwerdung ist noch gar nicht abgeschlossen. Wir haben die Möglichkeit der Entfaltung und Nutzung unseres Gehirns offenbar noch lange nicht ausgeschöpft. Wir sind noch unterwegs, halb schon Mensch und halb noch Tier, noch immer unschlüssig und suchend.“

Gerald Hüther bezieht sich hier auf eine Erkenntnis von Konrad Lorenz (1903-1989) "Der Übergang vom Affen zum Menschen, das sind wir."

Damit kann auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens so beantworten, wie es der Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger auf die Frage einer Journalistin, was der Sinn seines Lebens sei, getan hat. Er antwortete "Der Sinn meines Lebens ist, ein ganzer Mensch zu werden".

Inwieweit dies möglich ist, sich in seiner eigenen individuellen Evolution diesem ganzen Menschen zu nähern, ist das, was Gerald Hüther mit seiner „Bedienungsanleitung“ aufzeigt:

„Das Gehirn kann dazu genutzt werden, einen Lebensraum zu erschließen, der so komplexe Anforderungen an die Leistung des Gehirns stellt, dass all seine Fähigkeiten gleichermaßen beansprucht und ausgebaut werden."

„ Frei können wir also nur bleiben, wenn wir uns bereits so früh wie möglich entscheiden, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen wollen.“

„Menschen die in ihrem Denken und Handeln ausschließlich von ihren Gefühlen beherrscht werden, können ebenso wenig frei darüber entscheiden, wie und wofür sie ihr Gehirn benutzen wollen, wie solche, die sich ausschließlich von ihrem Verstand leiten lassen und dabei alle ihre Gefühle unterdrücken. Und schließlich kann sich auch niemand frei entscheiden, wie und wozu er sein Gehirn benutzen möchte, solange er nicht die geringste Ahnung davon hat, was in seinem Gehirn überhaupt vorgeht und auf welch unterschiedliche Weise er es überhaupt benutzen und strukturieren könnte.“

„Unser Gehirn ist in der Lage nicht nur all das wahrzunehmen, was in der Außenwelt passiert und bedrohlich werden könnte, sondern auch das, was in uns passiert und  die in unserer Innenwelt normalerweise bestehende Ordnung bedroht. Und immer dann, wenn diese Innenwelt bedroht ist, löst das Gehirn Antworten und Reaktionen aus, die geeignet sind, die entstandenen Störungen unserer inneren Ordnung wieder herzustellen.“

Dies alles setzt ein Bewusstsein voraus, aus dem man eine Wahl hat, sich bewusst für oder gegen etwas zu entscheiden.

„Mit Bewusstsein meinen wir die Fähigkeit, uns unsere eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen, unseres „in-der-Welt-sein“ gewahr zu werden. Um Bewusstsein zu entwickeln, muss sich das Gehirn gewissermaßen selbst beobachten können.  Durch den Aufbau von Metaebenen, auf den interne Prozesse reflektiert und analysiert werden, kann ein Gehirn die Fähigkeit erlangen, sich seine eigenen Wahrnehmungen und Intentionen bewusst zu werden, sich selbst, sein So-geworden-Sein und seine Rolle und seine Stellung in der  Welt zu begreifen. Diese Fähigkeit ist bei verschiedenen Menschen unterschiedlich weit entwickelt.“

 „Erst durch die schrittweise Lösung aus der ursprünglichen, engen Bindung an die Natur (natürliche Umwelt, frühe Bezugspersonen) entsteht die Möglichkeit und Notwendigkeit des Nachdenkens über sich selbst. Die Entstehung dieses individuellen Bewusstseins ist gleichbedeutend mit dem Erwachen aus einer paradiesischen Empfindung der Einheit mit der Welt. Auf dieser Stufe beginnt der Mensch, sich als autonomes, freies, selbständig entscheidendes und wertendes Ich zu begreifen.

Was Gerald Hüther beschreibt, ist die Erklärung eines Ich-Bewusstseins, das so auch von Roberto Assagioli als ICH in seinem psycho-spirituellen Modell der Psychosynthese definiert: ein "Zentrum von Wahrnehmung und Wahlmöglichkeit."

Im Bewusstsein dieses ICHs, das mit nichts identifiziert und damit frei von Konditionierungen ist, kann man sich als dieses autonome, freie, selbständig entscheidendes und wertendes Ich begreifen. Das Wesentliche in diesem ICH-Bewusstsein ist neben der wertungsfreien Wahrnehmung die Wahl zu haben, sich von den programmierten und konditionierten Verhaltensmustern, die im Gehirn gespeichert sind, zu befreien. Man kann wählen, nicht mehr diesem Programm zu folgen, sondern durch ein verändertes Verhalten neue Erfahrungen zu machen, die nun wiederum im Gehirn gespeichert werden können. In diesem ICH (der Psychosynthese) ist auch der Beobachter angesiedelt, der nicht nur die äußere Welt, sondern auch die Vorgänge in der inneren Welt beobachten und analysieren kann. Gerald Hüther nennt dies als ein Beispiel, wie man das Gehirn sinnvoll benutzen kann.

Um mehr in diesem ICH mit Wahlmöglichkeit sein zu können, muss man sich der Macht der unbewussten Verhaltensmuster bewusst werden.

„Unsere einmal entstandenen Haltungen und Einstellungen sind uns meistens ebenso wenig bewusst wie die Macht, mit der sie uns zu einer ganz bestimmten Art der Benutzung unseres Gehirns zwingen. Unachtsamkeit, beispielweise ist eine Haltung, die nicht viel Hirn beansprucht. Wem es gelingt, künftig etwas achtsamer zu sein, der wird automatisch bei allem, was er fortan wahrnimmt, was er in seinem Gehirn mit diesem Wahrnehmungen verbindet (aktiviert) und was er bei seinen Entscheidungen berücksichtigt, mehr Hirn benutzen als jemand, der weiterhin oberflächlich oder unachtsam mit sich selbst umgeht und mit all dem, was ihn umgibt. Achtsamkeit ist eine ganz wesentliche Unterhaltungs- und Wartungsmaßnahme für ein menschliches Gehirn“.

Hier spricht Gerald Hüther das an, was zu einem achtsamen und bewussten Handeln führt, wiederum von der Bewusstseinsebene des ICHs der Psychosynthese. Er nennt eine Haltung von „Behutsamkeit“ für eine wichtige Voraussetzung, um unser Gehirn nutzen zu können:

„Was sich durch Achtsamkeit auf der Ebene der Wahrnehmung und Verarbeitung an grundsätzlichen Erweiterungen der Nutzung des Gehirns erreichen lässt, kann auf der Ebene der für unserer Entscheidungen und für unser Handeln verantwortlich neuronalen Verschaltungen durch eine Haltung erreicht werden, die wir Behutsamkeit nennen.“

Darüber hinaus führt er weitere wichtige menschliche Qualitäten als Voraussetzung an:

„Beginnt man erst einmal darüber nachzudenken, welche Grundhaltungen man sich wohl zu eigen machen müsste, um sein Gehirn fort an umfassender, komplexer und verletzter zu benutzen als bisher, so kommen einem noch eine ganze Reihe von Begriffen in den Sinn, die alle samt fast schon aus unserem gegenwärtigen Sprachgebrauch verschwunden sind : Sinnhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Umsicht, Wahrhaftigkeit, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit…

Was macht es so schwierig, sich von diesem konditionierten Bewusstsein, dass mehr zu einem Leben vergleichbar mit einem programmieren Roboter führt, zu befreien, um ein Leben zu führen, das dem geistigen Potential eines Menschen entspricht?

„Die Welt, in die die meisten Menschen hinein wachsen, ist eine mit den Maßstäben von vorangegangenen Generationen mehr oder weniger bewusst gestalteten Welt. Das ist nicht zwangsläufig auch eine besonders menschliche Welt deshalb auch nicht zwangsläufig eine Welt, in der optimale Bedingungen für die Entwicklung eines menschlichen Gehirns herrschen. Je weniger diese Voraussetzungen erfüllt sind desto stärker ist die heranwachsende Generation gezwungen, Bedienungsfehler bei der Benutzung ihres Gehirns zu machen. Dann wird das Wunder der Herausbildung eines menschlichen Gehirns immer seltener, und über kurz oder lang wird das, das was am häufigsten passiert, der Störfall, erklärt.

Ich verstehe diesen Störfall als eine Krise, mit der man plötzlich konfrontiert wird. Man spürt, so kann man nicht weiterleben. Es muss sich etwas verändern in seinem Leben. Um mit diesem Störfall, dieser Lebenskrise, umgehen zu können, empfiehlt Gerald Hüther:

„Die gegenwärtig herrschenden Verhältnisse so zu verändern, so dass sie die Ausbildung immer menschlicherer Gehirne ermöglichen.“

Die Formulierung von "menschlicheren Gehirnen" verstehe ich wiederum als Befreiung von den festgefahrenen Strukturen im Gehirn und die Möglichkeit, menschlichere Strukturen zu entwickeln. In dieser Formulierung macht er noch einmal deutlich, dass wir noch auf dem Weg zum potentiell angelegten Menschen sind. – Dazu liefert er auch eine Motivation, die mit einer großen Herausforderung verbunden ist, indem er diese Frage stellt:

„Warum sollte ein Mensch sich darum bemühen, sich auf diesen schwierigen Weg zu machen? Warum sollte er seine  Sinne schärfen und Veränderungen in seiner äußeren wie auch in seiner inneren Welt so sensibel wie auch präzise wie möglich wahr zu nehmen, warum die Fähigkeit entwickeln, sich in andere Menschen hinein zu versetzen und ihrer Empfindung ihrer Empfindungen mitfühlen zu können, warum sollte er versuchen, sich selbst zu erkennen, und sich am Ende sogar darüber bewusst zu werden, was in ihm selbst vorgeht, wer er ist wie er zu dem geworden ist, was er ist?“

Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Wer sich auf einen schwierigen Weg macht, beginnt sein Gehirn wesentlich komplexer, vielseitiger und intensiver zu benutzen als jemand, der sehr zufrieden dort stehen bleibt, wo er entweder zufälligerweise gelandet oder vom Druck oder vom Sog der Verhältnisse hinein gespielt worden ist, bis er dort unter geht. Und da die Art und Intensität der Nutzung des Gehirns darüber entscheidet, wie viele Verschaltungen sich zwischen den Milliarden von Lernzielen ausbilden, welche Verhaltensmuster dort stabilisiert werden können und wie komplex diese neuronalen Verschaltungen sich miteinander verbinden, trifft man mit der Entscheidung, wie und wofür man sein Gehirn benutzen will, immer auch eine Entscheidung darüber, was für ein Gehirn man bekommt. Das ist eine recht unangenehme, weil äußerst unbequeme Erkenntnis, aber so funktioniert unser Gehirn nun einmal. Wir besitzen kein zeitlebens lernfähiges Gehirn, damit wir uns damit bequem im Leben einrichten, sondern damit wir uns mit Hilfe dieses Gehirn auf den Weg machen können,  nicht nur am Anfang, sondern zeitlebens. Selbstverständlich haben wir die Freiheit, jederzeit dort stehen zu bleiben, wo es uns gefällt, und fortan nur noch diejenigen Verschaltungen zu benutzen, die bis dahin in unserem Gehirn entstanden sind. Da diese Verschaltung aber dann umso besser und gebahnt werden,  je häufiger wir sie immer wieder auf die gleiche Weise benutzen, kann daraus sehr leicht die letzte freie Entscheidung geworden sein, die wir in unserem Leben getroffen haben. Wenn wir unser Gehirn auf diese Weise erst einmal selbst erfolgreich für eine ganz bestimmte Art in seiner Benutzung programmiert haben, läuft der Rest, wenn nichts mehr dazwischen kommt, von alleine ab. Bis zum Ende. Die Möglichkeit zur Ausbildung einer Programm öffnenden Konstruktion, zur umfassenden Nutzung und komplexen Ausführung eines Menschen Gehirns ist dann vertan.

Wer nicht in seinen einmal eingefahrenen Bahnen der Wahrnehmung, der Empfindungen und der Erkenntnis stecken bleiben und seine Freiheit verlieren will, muss den schwierigen Weg wählen und versuchen, die schrittweise auf den Stufen Leiter der Wahrnehmung, der Empfindungen, der Erkenntnis und des Bewusstseins dem anzunähern was ein menschliches Gehirn auszeichnet: die Fähigkeit sich selbst immer wieder neue infrage zu stellen.

(Anmerkung: Die Stufen Leiter der Wahrnehmung, der Empfindungen, der Erkenntnis und es Bewusstseins, wird ausführlich in diesem Buch beschrieben.)

Es gibt nur zwei Wege, die wir einschlagen können, einen bequemen und einen unbequemen. Der bequeme ist der, den wir schon kennen auf dem wir im Verlauf unserer bisherigen Entwicklung bereits reichlich Erfahrung zusammen Gelegenheit hatten. Es ist der Weg, auf dem man in all seinen Fehlern beschränkt einfach immer so weiterzugehen versucht wie bisher. Leider wird dieser Weg mit der Zeit immer beschwerlicher bis man irgendwann den immer dichter werdenden Gestrüpp all der vielen Problemen stecken bleibt, die man sich seiner Beschränktheit geschaffen hat. Erst dann, wenn es so wie bisher nicht mehr weitergeht, kann jemand, der diesen Weg gewählt hat, auch zu der Einsicht gelangen, dass er mit der bisherigen Art der Benutzung seines Gehirns endgültig gescheitert ist. Sich auf diese Weise selbst infrage zu stellen, ist nicht nur recht schmerzvoll, sondern auch sehr gefährlich. Vor allem dann wenn man noch andere Menschen auf diesem Weg mitgenommen hat und dass es zudem lange Zeit so schien, als käme man auf diesem Weg besonders gut voran. Erfolg macht blind, und gemeinsamer Erfolg verblendet allzu leicht auch diejenigen, die eigentlich am offensten sind und am besten sehen können.

Fazit

Dies waren nur einige Auszüge aus einem Buch, das man nicht lesen kann oder sich dabei selbst zu hinterfragen, was diese (neuen) Erkenntnisse über das Gehirn für einen selbst bedeuten. Will man weiterhin mehr oder weniger durch die Programmierungen im Gehirn in seinem Leben gesteuert werden oder macht man Gebrauch von den unendlichen Möglichkeiten des Gehirns, um sich als Mensch weiter zu entwickeln , das heißt, menschlicher zu werden, wie Hüther es genannt hat.

Diese Frage kann somit zu einer Herausforderung für jeden Leser werden. Daher sind die Gefahrenhinweise zu Beginn berechtigt. „Wie wir leben und wie wir leben könnten“, könnte auch der Untertitel des Buches lauten, der vergleichbar mit einem anderen Buch von ihm wäre: „Was wir sind und was wir sein könnten“

So ist dieses Buch eine Aufforderung zum Erwachen aus einer vom Gehirn gesteuerten Lebensweise, zu einem bewussten Leben in der Gegenwart, in der man sein Gehirn nutzt, um den unbewussten Kräften in einem die Macht zu nehmen, wie ich dies in meiner Einleitung bereits formuliert habe. Wenn man dies wirklich will, gibt es glücklicherweise bereits hierfür bereits ein Menge weiterer hilfreicher Gebrauchsanweisungen, zum Beispiel das Buch „Jetzt, die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle. Sein anderes Buch „Eine neue Welt“ gehört auch dazu.
Zitat von Gerald Hüther.

„ ...ist es immer wieder einzelne Menschen gelungen, sich vom Druck der konkreten Verhältnisse der jeweils vorherrschenden Meinungen und Haltungen frei zu machen und eine übergreifende Vorstellung vom Wesen des Menschen und seine Stellung in der Welt zu entwickeln. Transzendenz nennt man das, und die Bewusstseinsstufe, die auf diese Weise erreicht wird, ist die des transzendentalen (oder transpersonale oder kosmischen) Bewusstseins. Es ist gegenwärtig schwer vorstellbar, dass irgendwann einmal alle Menschen bis zu dieser höchsten Stufe des Bewusstseinseins gelangen. Aber der Umstand, dass sie immer wieder von einzelnen Menschen erreicht worden ist, zeigt uns bereits heute, dass ein menschliches – und nur ein menschliches Gehirn prinzipiell  dazu befähigt ist.

Mein Eindruck ist, dass sich immer mehr Menschen bereits auf diesem Weg befinden, ohne dass dies statistisch festgestellt werden kann. Wir haben, und dies ist die für mich wichtigste Botschaft des Buches, bereits ein Gehirn mit einem Potential, das es möglich macht, dieses veränderte Bewusstsein zu entwickeln. Diese Erkenntnis gibt somit allen Menschen, die sich bereits auf diesen Weg befinden, das Vertrauen, dass sie auf dem richtigen Weg sind, nämlich sich zu einem „ganzen Menschen“ zu entwickeln.

Quelle der Zitate

Gerald Hüther: „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“
V&R Verlag – ISBN 978-3-525-01464-6

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