ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Connectedness

Connectedness bedeutet "die Welt nicht als eine Ansammlung voneinander isolierter Teile zu sehen, sondern als ein lebendiges Netz, in dem alles miteinander verbunden ist und voneinander abhängig ist".

Anlage zum "ZENtrum Aktuell 1/2 2019"

Neben der aktuellen Information über das Workshop-Programm ist das Anliegen der Info-Briefe 'ZENtrum aktuell', Autoren und ihre Veröffentlichungen vorzustellen, deren Themen mit dem Geist und den Zielen des ZENtrums wie auch mit denen meines Buches 'Das Leben leben' eng verbunden sind. Im Folgenden die Vorstellung des Buches "Connectedness", dessen Herausgeber Gerald Hüther und Christa Spannbauer sind.

Einleitung und Hinführung zum Inhalt des Buches

Die beiden Herausgeber haben den Titel dieses Buches "Connectedness", wie oben aufgeführt, im Buch so definiert. Sie begründen die Wahl dieses englischen Wortes für Verbundenheit, weil "die deutsche Sprache keinen treffenden Namen für dieses transformierte, bewusstgewordene Gefühl von Verbundenheit hat, wie es dieser Begriff im Englischen vermittelt."

Das Ziel des Buches formulieren die beiden Herausgeber als Verfasser des letzten Kapitels am Ende besonders deutlich:

"Es wird Zeit, endlich aufzuwachen." - "Unser Überleben auf diesem Planeten wird davon abhängen, wie schnell es uns gelingt, eine neue, eine für die Lösung der von uns selbst geschaffenen Probleme geeignetere Denkweise, also ein neues Welt- und Selbstbild zu entwickeln. Und dieses neue Bild von uns selbst und von unserer Welt kann nur eines zum Ausdruck bringen: unsere untrennbare Verbundenheit miteinander und unsere unübersehbare Eingebundenheit in die Welt, in der wir leben."

In der spirituellen Sprache ist aus meinem Verständnis dieses Ziel identisch mit der Überwindung des Ego-Bewusstseins, in dem man sich als ein getrenntes und isoliertes Wesen von der Ganzheit des Universums wahrnimmt sowie der Notwendigkeit einer Transformation in ein verändertes Bewusstsein, aus dem man aus dieser 'untrennbaren Verbundenheit miteinander' lebt.

Die beiden Herausgeber lassen in diesem Buch Autoren zu Wort kommen, die diese Notwendigkeit der Transformation aus dem Blickwinkel ihrer Tätigkeit und den damit verbundenen Erfahrungen deutlich machen: der Kernphysiker Hans Peter Dürr, die Philosophin und Theologin Katharina Ceming , der Philosoph und buddhistischer Wirtschaftsethiker Karl-Heinz Brodbeck, die Professorin für Politikwissenschaft Barbara von Meinbom, der Soziologe und Politikwissenschaftler Harald Welzer sowie die beiden Herausgeber der Neurobiologe Gerald Hüther und die Journalistin Christa Spannbauer mit eigenen gemeinsam verfassten Artikeln. Es würde den Rahmen dieser Anlage sprengen, wenn im Folgenden alle Beiträge dieser Autoren in der üblichen Form vorgestellt würden. Ich habe mich daher auf einige beschränkt.

Hans Peter Dürr

Teilhaben an einer unteilbaren Welt – Das ganzheitliche Weltbild der Quantenphysik

Zitate:
"Der moderne Mensch erfährt sich als etwas von der Natur Getrenntes, als gleichsam außerhalb der Natur lebend. Wir können diesen Zustand ‚Naturvergessenheit‘ nennen. Der Mensch hat sich zum Herrscher über die Natur aufgeschwungen und dabei die Natur erniedrigt. Um zu überleben, so dachte er, müsse er seine eigene Natürlichkeit aufgeben und leugnen, dass er selbst der ihn umgebenden Natur ist… Die Illusion der Trennung führt dazu, dass wir einerseits das Machbare heillos überschätzen und andererseits unterschätzen, was für Möglichkeiten der Teilhabe wir tatsächlich haben."
"Wir tragen die Verantwortung für diese Welt. Wir können nicht weiterhin russisches Roulette mit dem Leben unserer Kinder und Enkelkinder spielen."
"Es gibt nur das EINE. Im Sanskrit gibt es hier den Begriff des 'Advaita', des Nicht-Dualen, Nicht-Zerlegbaren.
Auch die Quantenphysik sagt uns heute, dass es keine getrennten Teile gibt. Alles ist ins Unendliche ausgestreckt und im Hintergrund miteinander verbunden… Das heißt für uns Menschen, dass wir in diesem Ganzen aufgehoben sind, das wir zwar unterschiedlich und unterscheidbar, nicht aber getrennt sind. Wir befinden uns alle sozusagen in dieser Gemeinsamkeit, die eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass wir überhaupt miteinander kommunizieren können. Es gibt nur wenige Wörter in unserer Sprache, die diese Verbundenheit zum Ausdruck bringen können. Für mich sind diese Liebe, Geist, Leben….
Es ist wichtig, sich immer wieder in Situationen zu begeben, in denen wir diese Verbundenheit spüren können…. Unsere Aufgabe ist es, unser Talent und unsere Kreativität in das Leben einzuspeisen, das Potenzial der Möglichkeiten zu mehren, um wahres Wachstum zu ermöglichen.“
"Aus Sicht der Quantenphysik ist die Wirklichkeit kreativ, hat keine Grenzen, ist offen, dynamisch, instabil, das untrennbare Ganze. Die Grundlage der Welt ist nicht materiell sondern geistig…
So vertritt die neue Physik die Auffassung, dass die Schöpfung keineswegs abgeschlossen ist. Sie ereignet sich in jedem Augenblick neu. Wir sind als Teilhabende eines kreativen Kosmos am fortlaufenden Schöpfungsprozess beteiligt…
Alles, was wir tun oder auch nicht tun, hat Auswirkungen auf das Ganze. Denn wir sind alle Mitschöpfer….Aus dieser Erfahrung der Teilhabe erwächst uns die unverbrüchliche Verantwortung für die Bewahrung der Welt…..Die zukünftige Entwicklung hängt von uns ab."
"Wir sind alle aufgerufen, in dieses Feld ‚Mensch‘, das seit vielen Jahren überlebt hat, Weisheit und Liebe einzuspeisen und damit unseren Beitrag zur Wahrung der Schöpfung zu leisten."
"Die Grundlage der Welt ist nicht materiell, sondern geistig." Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis der Quantenphysik. In der spirituellen Sprache ist die Materie nur Form, die vergänglich ist. Es ist wie die Welle im Meer. Sie ist eine Form des Wassers, so wie jede materielle Form in seiner Substanz Geist ist. "Es gibt nur den EINEN GEIST,der unermesslich und unergründlich ist wie die grenzenlose Leere." Diese Erkenntnis hatte bereits der im 9. Jahrhundert lebende Zen-Meister Huang Po. Dies bestätigt nun die Quantenphysik. So ist es naheliegend, dass im nächsten Kapitel die Verbundenheit aus der Sicht der westlichen und östlichen Spiritualität beleuchtet wird.

Katharina Ceming

Von Weltenbürgern, Gotteskindern und Buddhakeimlingen
Die Lehre von der universellen Verbundenheit in der westlichen und östlichen Geistestradition.

Zitate:
"Wo der Gedanke des Unterschiedes beseitigt ist, kann das Göttliche überall erfahren werden. Der alles durchdringende göttliche Seinsgrund wird nur dort erfahren, wo die Getrenntheit als falsch erkannt wird." ( Zitat von Meister Eckhart)
"Um diesen Zustand der Unterschiedenheit zu beenden, muss das Geschöpf sich wieder seiner göttlichen Abstammung bewusst werden, die es nie verloren hat und deren es sich lediglich nicht bewusst ist. …So wie die Sonne immer am Himmel steht, ist auch der göttliche Urgrund im Menschen immer präsent, selbst wenn wir ihn nicht erfahren. Dieser göttliche Urgrund im Menschen ist es, der das Gefühl der Getrenntheit als Illusion entlarvt."
"Buddha sah das Problem, dass sich der Mensch nicht der Verbundenheit mit anderen bewusst ist, in dessen Identifikation mit seinem begrenzten Ego… Diese falsche Betrachtung des menschlichen Wesens zu durchschauen ist aber nicht nur für das eigene Heil hilfreich, sondern auch für den Umgang mit der Mitwelt. Wer den Glauben an getrennte Entitäten existentiell als Irrtum durchschaut hat, sieht, dass er nicht wesenhaft vom anderen getrennt ist. Fremdes Leid wird zu eigenem, und aus diesem Grund wird niemand danach trachten, einem anderen vorsätzlich Leid und Schmerz zuzufügen."
"Was den Buddhismus zu Recht heute in der westlichen Welt so attraktiv und bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass er durch sein zweieinhalb Jahrtausende lang erprobtes Meditationssystem ein Werkzeug für die Veränderung des menschlichen Bewusstseins hin zu einem existentiellen Verbundenheitsgefühl bereitstellt."
"Aufgrund seiner sehr monastischen Prägung war der frühe Buddhismus noch nicht so sehr gesellschaftlich prägend. Mit dem Aufkommen des Mahayana-Buddhismus, des so gennannten großen Fahrzeuges, erhielt der Buddhismus einige Impulse, die das Gemeinwesen mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückten. So entstand zum Beispiel im Mahayana die Lehre vom Buddhakeim, die besagt, dass jeder Mensch einen Buddhakeim, den Tathagatagarbha, in sich trägt… Dieser Buddhakeim …ist etwas Überindividuelles, das alle Wesen miteinander verbindet, das es nur die eine universelle Buddhaschaft gibt." (Anmerkung: Buddha-Natur ist ein anderer Begriff für das Gleiche, in der christlichen Sprache auch Christus-Bewusstsein genannt.)
"Die neue Form der Verbundenheit, welche die Welt heute benötigt, erwächst aus der Akzeptanz einer Individualität, die sich mit anderen auf einer tieferen und umfassenderen Ebene wesenhaft verbunden weiß. Diese Einsicht wird heute zunehmend von vielen einzelnen Menschen und einer Vielzahl von kleineren Gruppierungen getragen, die sich nicht mehr, wie wir es aus der Geschichte der Religionen kennen, zu großen Organisationen verbinden, sondern an den verschiedenen Orten ihre Vision zu verwirklichen beginnen."
"Die Zukunft der Spiritualität scheint eine transkonfessionelle zu sein. Sie hat die keimhaft im Menschen angelegte Fähigkeit, nicht nur das eigene Ich im Blick zu haben, sondern im Gegenüber einen Teil dieses eigenen Seins wiederzuerkennen und zu schätzen, ohne sich in dogmatischen Problemen zu verlieren, zum Gegenstand der Bemühung. Wagen wir es, nicht nur weise, wie Kant es forderte, sondern auch wahrhaft universelle Liebende zu sein."

Barbara von Meinbom

Vom Ich zum Du zum Wir? – Eine neue Kultur von Verbundenheit kommunizieren.

Zitate:
"Alles Leben ist Kommunikation – in uns, zwischen uns, mit der Welt der Pflanzen und Tiere…. Wir können nichts anders als kommunizieren – im Schweigen und im Sprechen, in Gestik und Mimik, im Ausdruck und im Rückzug… sie alle drücken sich aus – individuell und kollektiv – in einer Gesellschaft, die auch Kommunikationsgesellschaft genannt wird?""
"Wir sind Einheit, Verschiedenheit, Einzigartigkeit. Doch unser Wissen darum ist noch wenig entwickelt. Als Menschheit sind wir verfangen im Bewusstsein einer Verschiedenheit, die als Quelle massiver Konflikte erlebt wird – zwischenmenschlich, lokal, regional, national, international und global. Die Kosten dieser Wahrnehmung sind immens. Im vorigen Jahrhundert hat die Menschheit einen beispiellosen Blutzoll gezahlt. Das neue Jahrhundert beginnt nicht besser. Statt die Einheit in der Vielfalt zu feiern, übten und üben wir Gewalt gegeneinander aus….weltweit. Wir sind offenbar noch nicht bereit, die Verschiedenheit als Geschenk aneinander und füreinander anzunehmen und anzuerkennen. Doch dieser Trend ist nicht mehr ungebrochen. Das Neue erwacht und mit ihm ein neues Bewusstsein. Das Wissen um unsere Verbundenheit, das Wissen, dass bei aller Verschiedenheit jedes Leben einzigartig ist und dass wir alle eine Familie der Menschheit bilden – auf Gedeih und Verderb aufeinander verwiesen und angewiesen. Mit dem Erwachen eines globalen Bewusstseins treten wir menschheits-geschichtlich in eine neue Phase, in der wir gemeinsam und in Verbundenheit für einander Verantwortung übernehmen müssen."
"Der Individualismus der vergangenen Jahrhunderte war ein notwendiger Schritt, um sich von Bevormundung und Fremdbestimmung durch Autoritäten zu befreien, die sich der Entfaltung des menschlichen Potenzials widersetzten und Menschen für ihre Interessen manipulierten. Kirchen, Herrscher, Ausbeuter aller Art. Doch dieser Individualismus hat uns in das Gefängnis einer egomanen Sebstdrehung gebracht. Vor lauter Überbewertung des eigenen Ich und der eigenen Interessen haben wir das Gemeinsame aus den Augen verloren. Die Folge dieser Eigendrehung ist eine Kultur, oder genauer, Unkultur, der Rücksichtslosigkeit gegenüber uns selbst als seelisch-geistige Wesen und gegenüber unserer Mitwelt der Menschen, Pflanzen und Tiere. Wir haben uns gegen unser ureigenes Bedürfnis nach Verbundenheit bewusst oder unbewusst gewandt. Wir sind zu Monaden mutiert, die ihre engen individuellen Kosmen durchstreifen, auf der Suche nach Sicherheit, Vergnügen, Ablenkung. – Heute gilt es, das selbst geschaffene Gefängnis zu öffnen, sich dem anderen und der Mitwelt neu zuzuwenden und mutig und verantwortlich Wege zu ebnen, wie wir vom Gegeneinander zum Miteinander, von der Konkurrenz zur Kooperation und von der Kooperation zu Co-Kreation kommen können, eine Aufforderung, die sich vor allem an den Westen und seinen triumphierenden Individualismus richtet.""
"Verbundenheit und Partnerschaft sind ein Gegenpol zu Trennung und Beherrschen. Sie markieren die weiblichen Prinzipien, die Jahrhunderte lang vernachlässigt oder unterdrückt wurden. Heute geht es für Männer und Frauen darum, diesen weiblichen (Bewusstseins-)Pol neu in unser Denken, Fühlen und Handeln zu integrieren."
"Es ist höchste Zeit, individuell und kollektiv die Prinzipien des Seins, des Nährens, des Wachsens und des Zulassens wertzuschätzen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Alles Tun, was nicht dem Leben dient, führt in die Irre. Weisheit muss aus Weisheit entspringen, doch die Grundlage aller Weisheit ist die Achtung des Lebens und das Wissen um dessen Grunderfordernisse. Solche Weisheit leitet über eine Kultur der Verbundenheit und eröffnet die Möglichkeit einer Kunst der Führung, die aus der gelingenden Synthese von weiblichen und männlichen Prinzipien Verantwortung für das Leben übernimmt."
"Lernen wir, unseren Mut zur Verbundenheit nicht nur auf die Welt der Menschen, sondern auch auf die Welt der Pflanzen, der Tiere, der Mineralien, auf die gesamte Erde und all ihre Geschöpfe auszudehnen. Wir alle sind Ausdrucks jenes Schöpfungsprinzips, dem die Menschen viele verschiedene Namen gegeben haben. Wenn wir diese Erkenntnis in unserem Bewusstsein zulassen, dann wissen wir um die Verbundenheit von allem, was existiert, und leben verantwortungsvoll in dieser Verbundenheit."

Resümee und Ergänzung

Die Autoren des Buches begründen mit ihren Ausführungen sehr eindringlich und überzeugend die Notwendigkeit, dass wir die Illusion des Getrenntseins von der Natur in unserem Bewusstsein überwinden müssen, um die Zerstörung des Lebendigen auf dieser Erde zu verhindern. Dabei sprechen sie überwiegend die Vernunft der Leser an. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten können aber aufgrund meiner Erfahrungen nur ein Anfang sein. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Aussichten auf eine nachhaltige Änderung im Bewusstsein der Menschen sehr gering sind, wenn nur die Vernunft und das Einsichtsvermögen angesprochen werden.

Katharina Ceming beschreibt in ihrem Beitrag u.a., dass Buddha den Grund für diesen Mangel an Verbundenheit des Menschen in seinen Identifikationen mit seinem begrenzten Ego sah und dass dieses trennende Ego-Bewusstsein überwunden werden muss. – Dann weist sie auch auf den großen Verdienst des Buddhismus hin, dass er „durch sein zweieinhalb Jahrtausende lang erprobtes Meditationssystem ein Werkzeug für die Veränderung des menschlichen Bewusstseins hin zu einem existentiellen Verbundenheitsgefühl bereitstellt.“ Hier wird sowohl die Ursache dieser Illusion des Getrenntseins angesprochen als auch der Weg aufgezeigt, wie man aus dieser Illusion erwachen kann.

In seinem Weihnachts-Newsletter 2018 hat Gerald Hüther etwas sehr Wichtiges deutlich gemacht. Er berichtet, dass er in diesem trockenen Sommer sich die Zeit genommen hat zu hinterfragen, weshalb er all diese Bücher und Artikel schreibt und noch so vieles mehr darüber hinaus tut. Seine Begründung ist, dass er es einfach nicht aus hält, "tatenlos zuzuschauen, wie eine vorübergehend irregeleitete Spezies dabei ist, die in Jahrmillionen auf unserem Planeten entstandenen Vielfalt des Lebendigen zu ruinieren." Am Ende kommt er dabei zu dem Schluss, dass, was er bei all seinen Bemühungen gelernt hat, ist, "dass es nur geht, wenn sie (die Menschen) wieder mit sich selbst in Berührung kommen. Genau das ist es aber, wovor sie die größte Angst haben und wo sie sich mit allen Mitteln zu wappnen versuchen."

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass "es nur geht" wenn zunächst einmal jeder Einzelne Verbundenheit zu sich selbst herstellen muss, um nach und nach aus dieser transformierten Verbundenheit gemäß der Definition von Connectedness leben zu können. Gerald Hüther fügt hinzu, "dass dies aber etwas ist, wovor der Menschen die größte Angst haben".
Sie haben Angst, mit dieser Stille in sich in Kontakt zu kommen und sind so ständig auf der Flucht vor sich selbst, was letztlich zu einer Selbstentfremdung führt, die die zu einem roboterartigen Leben führt, das vom Ego und seinen Konditionierungen gesteuert wird. Hans-Peter Dürr bezeichnet diesen Zustand als Naturvergessenheit.

So scheint es mir notwendig zu sein, erst einmal diese Verbundenheit mit sich selbst zu erfahren, bevor das, was in diesem Buch angesprochen wird, umgesetzt werden kann. Nur dann kann dieser Zustand von 'Naturvergessenheit' und die damit verbundene Selbstentfremdung überwinden werden. Und nur dann ist es möglich, den hohen Anspruch der Definition des Begriffes Connectedness zu erfüllen, d.h. diese transformierte Verbundenheit in der Begegnung mit anderen Menschen und der Umwelt zu leben.

Ob man für diese in unserer Natur angelegte Verbundenheit den Begriff "Connectedness" wählt, von einem neuen veränderten Bewusstsein oder Paradigmenwechsel spricht, wie er insbesondere durch Teilhard de Chardin geprägt wurde, ist dabei unwichtig. Das Ziel scheint mir das Gleiche zu sein, nämlich die Illusion des Getrenntseins von der Natur im Ego-Bewusstsein zu überwinden.

Das von Roberto Assagioli entwickelte psycho-spirituellen Modell der Psychosynthese ist ein Weg, seine wahre Natur zu finden und aus ihr zu leben, eine sehr gute Orientierungshilfe. Man kann sie als eine Psychologie dieses veränderten Bewusstseins bezeichnen. Begründet habe ich dies ausführlich mit diesem Artikel bei SEIN.de.

Quelle der Zitate:

Buchtitel: "Connectedness"
Herausgeber: Gerald Hüther und Christa Spannbauer

  • Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
  • Verlag: Hans Huber; Auflage: 1., (27. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3456850832
  • ISBN-13: 978-3456850832


Links zum Thema: Neues Bewusstsein

Für die Beantwortung der Frage des 2. Teils dieses des Buches „Wer bin ich?“ ist das Modell der Psychosynthese die wesentliche Grundlage. Mehr über dieses Buch erfahren Sie auf der speziell erstellten Website „Das Leben leben“