ZENtrum für Psychosynthese und Meditation
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Was ist Psychosynthese?

hier: ausführlicher Psychosynthese - Artikel
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Roberto Assagioli

Die Psychosynthese ist ein psycho-spirituelles Modell der Transpersonalen Psychologie und unabhängig von Religionen, schließt sie aber auch nicht aus.

Ihr Begründer ist der Arzt und Psychiater Roberto Assagioli (1888-1974), der ein Schüler von Freud war, sich wie C.G. Jung und andere bekannte Psychologen bald von ihm trennte. Für Roberto Assagioli war der Mensch mehr als ein Wesen, das von unbewussten Kräften getrieben wurde, wie Freud es meinte. Er betrachtete den Menschen als ein Wesen, das Seele ist und eine Persönlichkeit hat. Dies führt zu einer ganzheitlichen Betrachtung und Entwicklung des Menschen im Vergleich zu anderen Psychologien, da neben dem Unbewussten, der Vergangenheit, auch das Überbewusste, die "transpersonale" oder "spirituelle" Ebene einbezogen wird.
In der Sprache der Psychosynthese ist die Persönlichkeit dem "Personalen Selbst" oder "Ich" zugeordnet, das als ein Zentrum von Gewahrsein betrachtet wird, in dem auch der Wille, d.h. vor allem die Wahl von Entscheidungen angesiedelt ist. Auf dieses Ebene ist das Ziel der Psychosynthese, dieses Zentrum zu stabilisieren und dadurch mit mehr Bewusstheit und mehr Selbstbestimmung zu leben und zu handeln. Von diesem Zentrum aus kann man die einzelnen Teile der Person/Persönlichkeit wie Körper, Gefühle und Gedanken jedoch auch die vielen Rollen, die man im Leben spielt, sowie die individuellen charakteristischen Eigenarten und Verhaltensmuster kennen und damit umgehen lernen.
Wenn ich in diesem Zentrum bin, so schaffe ich Distanz zu den einzelnen Teilen meiner Person, disidentifiziere mich davon. Das befreit und verschafft Klarheit.

Ganz besonders die östlichen Meditationsweisen von ZEN und VIPASSANA haben u.a. diese Disidentifikation zum Ziel, indem sie Achtsamkeit, Bewusstheit und Beobachten zur Übung machen. Diese Übungen sind daher eine gute Voraussetzung für die Entwicklung einer "selbst"-bewussten Persönlichkeit im wirklichen Sinne des Wortes, einer Person, die sich ihrer Entscheidungsfreiheit bewusst ist und davon Gebrauch macht. Die Folge ist, mehr aus sich selbst, dem Selbst, leben- als von außen gelebt zu werden.
Zum Willen und zur Entscheidungsfreiheit gehört unabdingbar eine Grundhaltung von Liebe, von Verbundenheit statt der Illusion von Getrenntheit, die einem egozentrischen Bewusstsein und Egoismus zugrunde liegt. Wirkliche bedingungslose Liebe ist die deutlichste Verbindung zur spirituellen, transpersonalen Ebene. Hier ist das Transpersonale Selbst angesiedelt, das so heißt, weil es über unsere Person, unser Ich, unser Personales Selbst hinausgeht. Auf dieser Ebene ist es uns möglich, uns als Teil eines größeren Ganzen zu empfinden. Liebe und Mitgefühl sind die besonderen Qualitäten auf dieser Ebene, die auch von den beiden großen Religionslehrern Jesus und Buddha im Mittelpunkt ihrer Lehre stehen. Meditative bis zu mystischen Erfahrungen, bringen uns in Kontakt mit dieser transpersonalen Ebene. Hier erfahren wir, wer und was wir in unserer Essenz wirklich sind: ein unsterbliches spirituelles Wesen.
Wer mit dieser transpersonalen Ebene in Kontakt ist, erfährt eine Art von Weisung, von Unterstützung und auch Angstfreiheit, die zu einer völlig anderen Lebensweise und mehr Lebensqualität führt. Freude, Verbundenheit, Gelassenheit, Vertrauen, und Liebesfähigkeit sind die Qualitäten, die hier zum Leben gehören.
Im Kontakt mit dieser Ebene kann man auch Herausforderungen und Krisen im Leben anders begegnen. Dabei steht hier nicht die schnelle Lösung von Problemen und der Befreiung von Schmerz im Vordergrund, sondern das Erforschen der Ursachen und Wurzeln dieser Krisen, die überwiegend das Potential zur Weiterentwicklung und menschlich Wachstum führen.

Psychosynthese in der Praxis

Die Ziele und das Programm des ZENtrums basieren auf diesem Geist der Psychosynthese. Um die Kräfte der transpersonalen Ebene, aber auch des Unbewussten einzubeziehen, wird mit Visualisierungen, freiem Malen, geführten Meditationen, inneren Dialogen wie auch freien Assoziationen gearbeitet. Begleitet wird diese Arbeit mit dem Üben von gegenstandsloser Meditation, um den Geist mit seinen ständig umherschwirrenden Gedanken zur Ruhe zu bringen und sich zu öffnen für Einfälle und Einsichten aus der Überbewussten wie auch der unbewussten Ebene. Zur Ruhe zu kommen und dann zur Stille in sich zu finden - das ist der Weg zu unserem Selbst, auf der personalen wie auch der transpersonalen Ebene.

Workshops und Ausbildung

Das ZENtrum für Psychosynthese und Meditation bietet Wochend-Workshops an. Der Workshop "Werde was Du bist!" ist eine Einführung in das gesamte Spektrum der Psychosynthese und wird daher als Einstiegs-Workshop empfohlen. Andere Workshops bauen darauf auf.
Weiterhin gibt es die Ausbildung "Psycho-spirtuelle/r Begleiter/in"

Weitere Artikel von Hans Piron aus dem Themenfeld der Psychosynthese finden Sie hier:

Im Online Angebot der Zeitschrift "balance-online"

Weiterführende Buch-Literatur:

Roberto Assagioli : Psychosynthese. Handbuch der Methoden und Techniken (rororo transformation) 1993, Frankfurt a. M.
Piero Ferrucci : Werde was du bist (rororo transformation) 1986, Frankfurt a. M.

Die Suche nach Informationen zur Psychosynthese hat sie hier hin geführt. Die Psychosynthese ist die Grundlage für mein Buch "Das Leben leben".
Ausführliche Informationen zu diesem Buch: www.buch-das-leben-leben.de